CO2-Äquivalent: Granadas Pappelholz hält als Baustoff, doch die Plantage entscheidet

Durch | Oktober 6, 2026
Pappeln wachsen sehr schnell, daher werden sie immer öfter als Plantage angebaut. Credits: Diego F. Parra, pexels

In den bewässerten Kurzumtriebsplantagen der Vega de Granada wächst die Hybridpappel Populus × euramericana, und seit 2024 gelten die Klone MC und Luisa Avanzo offiziell als Bauholz der Zugfestigkeitsklasse T10. Diese Anerkennung wird selten bis in den Bestand zurückverfolgt, aus dem das Holz stammt. Eine Fallstudie schließt diese Lücke: Sie wertet primäre waldbauliche, geometrische und mechanische Daten entlang einer einzigen Kette aus, vom stehenden Baum bis zum Bauteil, und ergänzt sie um zwei eigene, szenariobasierte Schätzungen zu CO?-Fußabdruck und Transportaufwand. Eine vollständige Ökobilanz sei das allerdings nicht, urteilen die Forschenden im Fachblatt Forests.

Forests wird vom wissenschaftlichen Open-Access-Verlag MDPI (Multidisciplinary Digital Publishing Institute) mit Sitz in Basel herausgegeben.

Pappeln wachsen sehr schnell, daher werden sie immer öfter als Plantage angebaut. Credits: Diego F. Parra, pexels
Pappeln wachsen sehr schnell daher werden sie immer öfter als Plantage angebaut Credits Diego F Parra pexels

Was am stehenden Stamm an Steifigkeit gemessen wird, bleibt nach dem Einschnitt nicht in derselben Rangfolge bestehen. Im Schnittholz liegen die beiden zertifizierten Klone nur 1,3 Prozent auseinander, 8213 gegenüber 8319 Newton je Quadratmillimeter. Die größere Streuung innerhalb eines Baumes deutet darauf hin, dass der Feuchtigkeitsgehalt des Stammes zum Messzeitpunkt stark mitspielt und der Genotyp allein die Unterschiede nicht erklärt. Durchgängig ist dagegen die geringe Rohdichte des Holzes, 374 Kilogramm je Kubikmeter mit einer Schwankung von 31 Kilogramm bei 12 Prozent Holzfeuchte. Sie prägt die Hybridbauweise: Die Pappel bildet den spannungsarmen Kern, die Schwarzkiefer Pinus nigra die äußeren Lagen. Die Sägeabmessungen bleiben moderat und variabel, die Querschnitte entstehen deshalb durch Verleimung und nicht aus massiven Einzelstücken.

Bei lokaler Beschaffung liegt die geschätzte Differenz der Transportemissionen in der Bauphase A4 bei 90 bis 99 Kilogramm CO?-Äquivalent je Kubikmeter gegenüber Importen aus Mitteleuropa. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen in den wichtigsten europäischen Registern keine Umweltproduktdeklarationen für Baupappel vor. Zusammengenommen legt die Untersuchung nahe, dass für die Tragwerksplanung weniger die Klonwahl den Ausschlag gibt als die waldbauliche Praxis: Umtriebszeit, Position im Stamm und Wasserhaushalt.

Originalpublikation:

MDPI: From the Poplar Plantation to the Structural Component: A Case Study of Silvicultural and Material Constraints on Local Poplar for Timber Housing (Vega de Granada, Spain)

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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