
Pestizide, die in Jasminblüten eingesetzt werden, bauen sich im Feld relativ schnell ab, können aber während des traditionellen Duftprozesses schrittweise in die Teeblätter übergehen, während die geschätzten Gesundheitsrisiken durch den Genuss des Aufgusses nach einer chinesischen Studie akzeptabel bleiben. Forscher der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften haben in Hengzhou in Guangxi Feldversuche mit fünf Wirkstoffen durchgeführt, die Verarbeitung in kontrollierten Duftgängen untersucht, kommerzielle Produkte analysiert und Brühversuche unternommen. Die Studie ist in Beverage Plant Research erschienen (DOI: 10.48130/bpr-0026-0011).
Li Zhou und Kollegen wendeten Chlorfenapyr, Cypermethrin, Fenpropathrin, Hexaconazol und ?-Cyhalothrin in für Teepflanzen empfohlenen Dosierungen an. Die Halbwertszeiten in den Jasminknospen lagen zwischen 1,7 und 4,0 Tagen, wobei Hexaconazol am schnellsten und ?-Cyhalothrin am langsamsten abbaute; die Wasserlöslichkeit erwies sich als wichtiger Faktor für die Persistenz. Beim mehrfachen Mischen behandelter Blüten mit unkontaminiertem Grüntee stiegen die Rückstände im Tee nach jedem Duftgang an und erreichten nach dem dritten Durchgang Werte von 0,17, 0,062, 0,20, 0,11 und 0,025 mg/kg für die genannten Wirkstoffe, bei Gesamtübertragungsraten zwischen 4,2 und 10 Prozent. Anders als beim Feldabbau zeigte sich hier kein klarer Zusammenhang mit den physikochemischen Eigenschaften, was auf den Einfluss der Verarbeitungsbedingungen hindeute.
In 24 online gekauften kommerziellen Jasmintees wurden Chlorfenapyr, Cypermethrin, Fenpropathrin und ?-Cyhalothrin in 88, 63, 67 beziehungsweise 96 Prozent der Proben nachgewiesen, Hexaconazol dagegen nicht. Die meisten Ergebnisse hielten relevante Grenzwerte ein, doch 96 Prozent der Proben überschritten den besonders niedrigen EU- oder US-Grenzwert für ?-Cyhalothrin. Bei Brühversuchen mit drei Gramm Tee in 150 Millilitern kochendem Wasser lagen die berechneten chronischen und akuten Risikoquotienten für verschiedene Bevölkerungs- und Ernährungsgruppen weit unter eins und deuteten damit auf eine akzeptable Exposition hin.
Die Forscher stellen fest, dass der rasche Abbau im Feld den Übergang von Rückständen in den Tee während des Duftens nicht verhindere und wiederholte Verarbeitung die Konzentrationen erhöhen könne. Sie empfehlen, Wirkstoffe mit besonders restriktiven Grenzwerten wie ?-Cyhalothrin und Hexaconazol möglichst zu vermeiden, insbesondere bei exportorientierter Produktion, und die Erntezeitpunkte sorgfältig zu wählen. Die Studie verbinde Feldverhalten, Verarbeitungstransfer, Marktüberwachung und Verbraucherexposition und biete damit eine praktische Grundlage für ein sichereres Pestizidmanagement in der Jasmintee-Herstellung.
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