
Eine Studie der Mississippi State University zeigt, dass die zunehmende Stickstoffablagerung durch menschliche Aktivitäten die Vielfalt und die evolutionäre Besonderheit der stickstoffbindenden Pflanzen verringert. Bislang gingen WissenschaftlerInnen davon aus, das der Klimawandel den Stickstoff-Fixierern zugute kommt.

„Das ist nicht der Fall“, sagt MSU-Assistenzprofessor Ryan A. Folk vom Fachbereich Biologische Wissenschaften. „Übermäßiger Stickstoff aus Landwirtschaft und Industrie vermindert die Konkurrenzfähigkeit von Stickstoff-Fixierern, was zu monotonen Pflanzengemeinschaften mit weniger Arten von Stickstoff-Fixierern führt“, ergänzt der Hauptautor der Studie, Pablo Moreno García von der Universität von Arizona.
Den Wissenschaftlern zufolge wirkt sich die Stickstoffablagerung überwiegend schädlich aus. Die Folge sei, dass vielfältige Krautgesellschaften mit Stickstoff-bindenden Pflanzen verschwinden: „Deren Verlust bedroht sowohl die biologische Vielfalt auch auch die Stabilität der Ökosysteme“, sagt Folk.
Hintergrund
Die Studie ist Teil einer europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit, die untersucht, wie sich menschliche Aktivitäten wie Düngereinsatz und Umweltverschmutzung auf stickstoffbindende Pflanzen auswirken, die für die Aufrechterhaltung gesunder Ökosysteme entscheidend sind, indem sie dem Boden Stickstoff zuführen.
Stickstoff-Fixierer
Leguminosen (=Hülsenfrüchtler): Schmetterlingsblütler wie Bohnen, Erbsen, Wicken-Arten, Lupine
Mimosengewächse: z.B. Akazien-Arten, Tamarinde
Zeigerpflanzen
Zeigerpflanzen: Liste und Beispiele für alle Böden (fryd.app)
Mehrjährige Stickstoff-Fixierer
Nährstoffversorgung aus der Luft – Infothek (landwende.de)
Originalpublikation
Long-term nitrogen deposition reduces the diversity of nitrogen-fixing plants | Science Advances
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