
Aktuelle Messungen des Emissions-Kontroll-Instituts (EKI) der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die seit dem Spätsommer laufen, dokumentieren den unkontrollierten Austritt des hochwirksamen Klimagases Methan in die Atmosphäre.
Die Messungen wurden bislang an fünf Biogasanlagen, einer Gasverdichterstation sowie einem schwimmenden LNG-Importterminal durchgeführt. Das alarmierende Ergebnis: An allen Anlagen wurde ein signifikanter Anstieg der Methankonzentration in der Umgebungsluft gemessen.
Die erhöhte Konzentration war in großer Entfernung von den Anlagen nachweisbar. Methan wirkt über 20 Jahre betrachtet mehr als 80-mal stärker als CO2 und ist damit das wichtigste Treibhausgas. Mindestens ein Drittel der Erderhitzung geht auf Methan zurück.
Als Vorläufersubstanz für bodennahes Ozon schadet Methan zudem der menschlichen Gesundheit, der biologischen Vielfalt und verringert landwirtschaftliche Erträge. Allein in Deutschland rechnet die Europäische Umweltagentur jährlich mit 3.300 vorzeitigen Todesfällen durch Ozon.
Neben einem umfassenden Monitoring aller relevanten Quellen und Sofortmaßnahmen gegen Leckagen fordert die DUH von der Bundesregierung eine nationale Methan-Strategie mit konkretem Reduktionsziel und Maßnahmen in allen Sektoren. Die Umsetzung der neuen EU-Methan-Verordnung in nationales Recht muss über die EU-Vorgaben hinausgehen, denn etwa Biogasanlagen werden dort bislang nicht berücksichtigt.
Die DUH wird als Koordinator des internationalen NGO-Bündnisses „Methane Matters Coalition“ auch bei der COP29 in Baku vor Ort sein und zu Methan informieren. Die Experten der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation stehen im Vorfeld und bei der Konferenz für Informationen und Interviews rund um das Thema Methan zur Verfügung.
Quellen:
Zum Messbericht: https://l.duh.de/p241024
Webseite Methane Matters: https://methanematters.eu/


