Umweltfreundliches Verhalten lernen: Interdisziplinäres Projekt soll helfen

Durch | November 5, 2024
Die Vermüllung der Welt ist immens. Allein in Deutschland produziert jeder Einwohner pro Jahr etwa 480 kg Haushaltsabfälle (Credits: Leonid Danilov pexels)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein weiteres Projekt im Bereich Umweltpsychologie. Es vereint alle Disziplinen der Psychologie mit anderen Wissenschaftsdisziplinen wie Umweltwissenschaften, Klimapolitik und Wirtschaftswissenschaften. Ziel ist es, evidenzbasierte Strategien zur kurz- und langfristigen Förderung umweltfreundlicher Verhaltensweisen zu entwickeln.

Die Vermüllung der Welt ist immens. Allein in Deutschland produziert jeder Einwohner pro Jahr etwa 480 kg Haushaltsabfälle (Credits: Leonid Danilov pexels)
Die Vermüllung der Welt ist immens Allein in Deutschland produziert jeder Einwohner pro Jahr etwa 480 kg Haushaltsabfälle Credits Leonid Danilov pexels

Der Klimawandel stellt eine der größten Bedrohungen für die Menschheit dar. Dennoch schreiten aktuelle Bemühungen, die globalen Klimaziele zu erreichen, zu langsam voran. Die Psychologie spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung umweltfreundlicher Einstellungen und Verhaltensweisen auf individueller und kollektiver Ebene. Sie liefert wertvolle Einblicke in die Ursachen, Mechanismen und Folgen umweltbewussten Handelns, einschließlich intra- und interindividueller Unterschiede sowie relevanter Verhaltensbarrieren. Psychologische Theorien und Forschungsergebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um Verhaltensänderungen auf unterschiedlichen Ebenen zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung der DFG. Um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, sei es notwendig, dieses große Potenzial der Psychologie und Verhaltenswissenschaften voll auszuschöpfen.

Bisherige Forschung dazu sei jedoch weitgehend auf einzelne Teile der Psychologie beschränkt, während interdisziplinäre, über die Umweltpsychologie hinausgehende Ansätze rar sind. Das geplante Netzwerk beabsichtigt, diese Lücke zu schließen. Es vereint Forschende aus verschiedenen Karrierestufen und Disziplinen, darunter Umwelt- und Nachhaltigkeitspsychologie, Kognitionspsychologie, differentielle und Persönlichkeitspsychologie, klinische Psychologie und Psychotherapie, Gesundheitspsychologie, Verhaltensmedizin, Sozialpsychologie, Wirtschafts- und Politische Psychologie sowie Verhaltens- und Datenwissenschaften. Hinzu kommen verwandte Disziplinen wie Umweltwissenschaften, Geophysik, Humangeographie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Nachhaltigkeit und Klimapolitik. Das Netzwerk zielt darauf ab, das vorhandene Wissen über psychologische Ansätze zur Förderung umweltfreundlicher Verhaltensweisen zu bündeln, wesentliche Forschungslücken zu
identifizieren und neue Studien zu initiieren, die diese Lücken schließen. Dabei werden verschiedene theoretische Perspektiven, methodische Ansätze und praktische Erfahrungen miteinander verknüpft. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in der Scientific Community, bei politischen Entscheidungsträgern und in der breiten Öffentlichkeit verbreitet werden. Geplante Aktivitäten umfassen systematische Übersichtsarbeiten, Metaanalysen, kombinierte Datenanalysen, gemeinsame Forschungsanträge, Publikationen in führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften, nationale und internationale Konferenzbeiträge sowie umfassende Nachwuchsförderung und Wissenschaftskommunikation. Hierdurch sollen interdisziplinäre, innovative und effektive Maßnahmen zur Förderung umweltfreundlichen Verhaltens auf individueller und
kollektiver Ebene entwickelt werden, die den aktuellen Stand der
Forschung substanziell erweitern.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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