Energie-Flexibilität als Wettbewerbsvorteil: EU-Projekt FLEXIndustries zeigt Industrie den Weg aus der Volatilitätsfalle

Durch | November 20, 2025

Während Europas Anteil erneuerbarer Energien stetig steigt, kämpfen energieintensive Unternehmen mit einem neuen Problem: Der Strom aus Wind und Sonne ist zwar klimafreundlich, aber unberechenbar. Produktionsprozesse lassen sich nicht einfach abschalten, wenn die Sonne untergeht oder der Wind nachlässt. Das EU-geförderte Projekt FLEXIndustries liefert jetzt praxistaugliche Antworten, wie Industrie trotz schwankender Erneuerbaren-Produktion wettbewerbsfähig und klimaneutral bleiben kann.

Im Zentrum steht ein integriertes Konzept aus vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie, Batteriespeichern und intelligenter Steuerungssoftware. Sieben Demonstrationsanlagen in energieintensiven Branchen – darunter Stahl, Chemie, Lebensmittel, Papier und Zement – haben die Technik inzwischen installiert. In der jetzt beginnenden einjährigen Monitoring-Phase wird gemessen, wie stark Kosten und CO?-Emissionen tatsächlich sinken.

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Kern der Lösung ist die sogenannte Energie-Flexibilität: Algorithmen prognostizieren gleichzeitig die eigene Stromproduktion aus Photovoltaik und Wind, die Entwicklung der Börsenstrompreise und den Energiebedarf der Produktion. Kombiniert mit Speichern können Betriebe gezielt dann produzieren, wenn Strom günstig oder selbst erzeugt ist, und überschüssige Energie bei hohen Marktpreisen ins Netz einspeisen. Dadurch reduzieren sie nicht nur die eigenen Kosten, sondern entlasten auch das Stromnetz in Spitzenzeiten.

Viele energieintensive Unternehmen nutzen bisher weder nennenswerte Eigenproduktion noch Speicher und haben Festpreisverträge ohne Rückspeisemöglichkeit. FLEXIndustries zeigt, dass ein Umstieg wirtschaftlich lohnt – vorausgesetzt, die Einsparungen übertreffen die Investitionskosten deutlich. Genau das wird in den kommenden Monaten an den realen Standorten bewiesen.

Das italienische Ingenieurbüro STAM, einer der technischen Hauptpartner, betont die Replizierbarkeit des Ansatzes: Es gibt keine proprietäre Black-Box-Technologie, sondern eine validierte Methodik aus marktreifen Komponenten und Open-Source-Ansätzen. Wenn die Zahlen stimmen, erwarten die Projektbeteiligten eine schnelle Verbreitung über die sieben Pilotbranchen hinaus – getrieben allein durch den wirtschaftlichen Vorteil.

Das Projektkonsortium sieht Energie-Flexibilität als zentralen Baustein, damit die europäische Industrie im globalen Wettbewerb bestehen kann, ohne auf fossile Energieträger oder staatliche Subventionen angewiesen zu bleiben.

Verifizierte Quellen

  • https://flexindustries.eu/news/making-clean-energy-count-how-flexibility-can-power-europes-industrial-future/ (Original-Artikel youris.com / FLEXIndustries, 20.11.2025)
  • https://flexindustries.eu (Offizielle Projekt-Website mit Pilot-Standorten und technischen Details)
  • https://cordis.europa.eu/project/id/101138789 (FLEXIndustries im EU-Förderportal CORDIS)
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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