
Potsdam (Labnews Media LLC) – Die prognostizierte Verstärkung der nordischen Umwälzströmung (NOC) vom Atlantik ins Nordmeer ist keine unabhängige Entwicklung, sondern eine direkte Folge der Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC). Das ergibt eine neue Modellstudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universität Bergen.
Während die AMOC durch die globale Erwärmung schwächer wurde, blieb die NOC bisher stabil und soll sich künftig sogar leicht verstärken. Die Forschenden identifizierten einen Rückkopplungsmechanismus über Wasserdichte-Unterschiede: Eine abgeschwächte AMOC transportiert weniger Salz in den subpolaren Nordatlantik. Dadurch sinkt dort die Dichte, der Kontrast zu den nördlicheren Gewässern nimmt zu und die NOC wird stärker.
Die Verstärkung der NOC könne jedoch nur so lange anhalten, bis die Tiefenkonvektion im Nordmeer zum Erliegen komme. Dann drohe ein Zusammenbruch beider Strömungssysteme mit weitreichenden Folgen für das globale Klima.
Die Studie unter Leitung von Sasha Roewer (ehemals PIK, jetzt Max-Planck-Institut für Meteorologie) wurde in der Fachzeitschrift Ocean Science veröffentlicht.


