
Die Verhandlungen der UN-Mitgliedstaaten für einen globalen Vertrag gegen Plastikverschmutzung sind in Genf erneut gescheitert. Trotz intensiver Bemühungen konnte nach sechs Verhandlungsrunden in drei Jahren kein verbindlicher Vertragstext vereinbart werden. OceanCare kritisiert die Blockadehaltung petrochemisch geprägter Staaten und fordert eine grundlegende Reform des Verhandlungsprozesses, um zukünftige Pattsituationen zu vermeiden.
Die Verhandlungen, die ein internationales Regelwerk zur Bekämpfung der Plastikkrise schaffen sollten, scheiterten an tiefen Gräben zwischen einer ambitionierten Ländermehrheit und einer Minderheit von Staaten, die auf freiwillige Maßnahmen und minimale Verpflichtungen drängen. Besonders kritisch sieht OceanCare die Verwässerung zentraler Schutzmaßnahmen, etwa zu Geisternetzen, die als tödlichste Form von Plastikmüll in den Ozeanen gelten. Der aktuelle Textentwurf, der in letzter Minute vorgelegt wurde, enthält laut der Organisation nur marginale Fortschritte und bleibt weit hinter den Anforderungen zur Bewältigung der Krise zurück. Maßnahmen zur Kontrolle der Plastikproduktion, zur Regulierung problematischer Chemikalien und zum Schutz der menschlichen Gesundheit basieren größtenteils auf Freiwilligkeit, was langfristige Verbesserungen erschwert.

Trotz der enttäuschenden Ergebnisse betont OceanCare positive Entwicklungen: Die Verhandlungen haben das globale Bewusstsein für die Plastikverschmutzung gestärkt und Koalitionen ambitionierter Länder gefördert, die sich für wissenschaftlich fundierte Lösungen einsetzen. Dennoch sei die verpasste Chance ein Rückschlag für den Meeresschutz. Die Organisation plädiert dafür, dass künftige Verhandlungsrunden transparenter und effizienter gestaltet werden, um den Einfluss blockierender Staaten zu begrenzen und verbindliche Maßnahmen entlang des gesamten Plastiklebenszyklus zu etablieren.
OceanCare bleibt entschlossen, für ein ambitioniertes Abkommen zu kämpfen, das den Ozeanen und ihren Ökosystemen den dringend benötigten Schutz bietet. Die Organisation ruft die internationale Gemeinschaft auf, aus den Fehlern der bisherigen Verhandlungen zu lernen und die Weichen für einen effektiven Plastikvertrag zu stellen.

