Restaurierung: Vakuum-Saugstrahl schont Umwelt und Antiquität

Durch | August 14, 2025
Credits: Tima Miroshnichenko, pexels

Viele bedeutende Kulturgüter in Deutschland, etwa aus Metall oder Metall-Holz-Kombinationen, erfordern bei Restaurierung besondere Sorgfalt, da herkömmliche Reinigungsverfahren oft zu zeitaufwendig oder aggressiv sind. Eine neue, umweltfreundliche Methode, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), verspricht Abhilfe. In einer Kooperation zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und dem Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) wurde ein schonendes Vakuum-Saugstrahlverfahren entwickelt, das fragile Oberflächen historischer Objekte schützt.

Credits: Tima Miroshnichenko, pexels
Credits Tima Miroshnichenko pexels

Herkömmliche industrielle Reinigungstechniken, wie sie etwa bei der Entfernung von Graffiti an Fassaden genutzt werden, sind für die fein gearbeiteten Oberflächen historischer Kulturgüter zu aggressiv, da sie die Patina – die charakteristische, historisch gewachsene Oberfläche – beschädigen könnten. Diese ist essenziell für das Aussehen und die Authentizität der Objekte. Bisherige Restaurierungsmethoden, die oft manuell oder mit chemischen Mitteln erfolgen, sind nicht nur zeitintensiv, sondern bergen auch Risiken für das Material, die Umwelt und die Gesundheit der Restauratoren. Das neue Verfahren setzt auf eine geschlossene Reinigungskammer, in der ein präziser Vakuum-Saugstrahl Schmutzpartikel entfernt, ohne die Oberfläche zu verletzen. Speziell entwickelte Düsenformen und Sensorik ermöglichen eine exakte Kontrolle, um Schäden zu vermeiden, während die Restauratoren vor gesundheitsschädlichen Rückständen geschützt sind.

Ein weiterer Vorteil ist die Umweltfreundlichkeit: Das Verfahren verzichtet auf Chemikalien, und das verwendete Strahlgut wird gesammelt, gereinigt und wiederverwendet, was die Nachhaltigkeit erhöht. Erste Tests an einem stark korrodierten Turmuhrwerk aus der Dresdner Sammlung verliefen erfolgreich. Die SKD planen nun ein Folgeprojekt, um eine mobile Version der Anlage zu entwickeln und die Technologie marktreif zu machen. Damit könnten künftig Kulturgüter in Deutschland und weltweit präziser, schonender und umweltfreundlicher restauriert werden, wodurch ihr historischer Wert bewahrt wird.

Lesen Sie auch

Innovative Reinigung von Photovoltaikmodulen auf der Intersolar 2025 | Pugnalom

Museumsexemplare bieten neue Einblicke in die Geschichte der Umweltverschmutzung | Pugnalom

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände