
Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump wird von Wissenschaftlern und Forschern als beispielloser Angriff auf die wissenschaftliche Gemeinschaft in den USA wahrgenommen. Laut Berichten von Scientific American, Nature, The New York Times und anderen Quellen hat die Trump-Administration seit ihrem Amtsantritt im Januar 2025 eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die die wissenschaftliche Forschung, insbesondere in den Bereichen Klimawissenschaft, biomedizinische Forschung und öffentliche Gesundheit, bedrohen. Diese Maßnahmen umfassen Kürzungen bei Forschungsförderungen, Massenentlassungen von Wissenschaftlern in Bundesbehörden, die Zensur wissenschaftlicher Berichte und die Einschränkung des Zugangs zu öffentlichen Daten. Experten warnen, dass diese Entwicklungen die weltweite Führungsrolle der USA in der Wissenschaft gefährden und die Gesundheit, Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinträchtigen könnten.

Umfang der Angriffe
Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit hat seine Administration eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die als direkte Angriffe auf die Wissenschaft interpretiert werden:
- Kürzungen bei Forschungsförderungen: Laut Scientific American und Nature wurden in den ersten Wochen der Amtszeit milliardenschwere Kürzungen bei der Finanzierung von Bundesbehörden wie den National Institutes of Health (NIH), der Environmental Protection Agency (EPA) und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) umgesetzt. So wurde die Forschungsförderung der NIH, die über 300.000 Wissenschaftler unterstützt, drastisch reduziert, was zu Pausen bei Studien, Entlassungen von Fakultätsmitgliedern und verringerten Einschreibungen von Doktoranden führte.
- Massenentlassungen von Wissenschaftlern: Die Trump-Administration hat Tausende von Wissenschaftlern aus Bundesbehörden wie dem Gesundheitsministerium (HHS), der EPA und der National Science Foundation (NSF) entlassen. Laut STAT wurden allein im HHS etwa 20.000 Stellen, ein Viertel der Belegschaft, gestrichen, darunter Mitarbeiter der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der Food and Drug Administration (FDA).
- Zensur und politische Einflussnahme: Wissenschaftler berichten von einer „Kultur der Angst“, die durch die Zensur von Forschungsergebnissen und die Anweisung, bestimmte Begriffe wie „Klimawandel“, „Gender“ oder „Gesundheitsunterschiede“ zu vermeiden, verstärkt wird. Ein Beispiel ist die Rücknahme einer Studie über gesundheitliche Ungleichheiten bei Rauchern in ländlichen Gebieten, nachdem Herausgeber verlangten, Begriffe wie „Gender“ zu entfernen.
- Angriffe auf Diversitätsinitiativen: Die Administration hat Diversity, Equity, and Inclusion (DEI)-Programme als „woke“-Initiativen diffamiert und deren Finanzierung eingestellt. Laut The Guardian hat dies die Forschung in Bereichen wie reproduktiver Gesundheit und Krankheiten, die Minderheiten unverhältnismäßig betreffen, eingeschränkt. Studien zeigen jedoch, dass vielfältige Forschungsteams innovativere Ergebnisse liefern.
- Klimawissenschaft im Fokus: Besonders stark betroffen ist die Klimawissenschaft. Die Trump-Administration hat Programme zur Überwachung von Treibhausgasen eingefroren, Klimaforscher entlassen und den Zugang zu Klimadaten eingeschränkt. Laut E&E News zielen diese Maßnahmen darauf ab, die wissenschaftliche Grundlage für Umweltregulierungen zu untergraben, um fossile Brennstoffe zu fördern.
Reaktion der wissenschaftlichen Gemeinschaft
Die Reaktionen auf diese Maßnahmen sind lautstark. Fast 2.000 Mitglieder der National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine unterzeichneten einen offenen Brief, der die „systematische Zerstörung“ der wissenschaftlichen Infrastruktur der USA anprangert. Der Brief fordert den Kongress auf, die Finanzierung wiederherzustellen und die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu schützen.
Wissenschaftler wie Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University warnen vor langfristigen Schäden, etwa sinkender Lebenserwartung und verschärften Gesundheitskrisen, da Forschung zu Krankheiten wie Krebs oder neuen Behandlungsmethoden eingeschränkt wird. Klimaforscher wie Andrew Dessler betonen, dass die Einschränkung von Klimadaten die Fähigkeit der USA und der Welt, den Klimawandel zu bekämpfen, erheblich behindert.
Protestaktionen, wie die „Stand up for Science“-Kundgebungen in Städten wie St. Paul und Berkeley, zeigen das wachsende Engagement der Wissenschaftler. Organisationen wie die Union of Concerned Scientists (UCS) dokumentieren Angriffe auf die Wissenschaft und fordern gesetzliche Maßnahmen wie den Scientific Integrity Act, um zukünftige Eingriffe zu verhindern.
Politische und gesellschaftliche Implikationen
Die Angriffe auf die Wissenschaft werden von Trumps Regierung oft als Kostensenkungsmaßnahmen oder als Kampf gegen „ideologische“ Forschung gerechtfertigt, insbesondere in Bereichen wie Klimawandel oder Geschlechterforschung. Kritiker sehen darin jedoch einen gezielten Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse zu unterdrücken, die den politischen Prioritäten der Administration, wie der Förderung fossiler Brennstoffe oder konservativer Werte, widersprechen. Laut The Economist hat dies eine „Kultur der Angst“ unter Wissenschaftlern geschaffen, die befürchten, dass ihre Arbeit politisch zensiert oder eingestellt wird.
Die Maßnahmen haben auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft untergraben. Eine Pew-Umfrage aus 2020 zeigte, dass nur 27 % der Republikaner großes Vertrauen in Wissenschaftler haben, im Vergleich zu 52 % der Demokraten, ein Trend, der sich unter Trump verschärft hat.
Verbindung zu früheren Maßnahmen
Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) wurde Trump vorgeworfen, die Wissenschaft zu politisieren, insbesondere während der COVID-19-Pandemie und in der Klimaforschung. Laut Wikipedia und Scientific American drängte seine Administration Behörden wie die CDC und die EPA, Berichte zu ändern, die den Aussagen des Präsidenten widersprachen, und schränkte die Forschung zu Themen wie Klimawandel ein. Diese Muster setzen sich in der zweiten Amtszeit fort, jedoch mit größerer Intensität und Reichweite.
Ausblick
Die wissenschaftliche Gemeinschaft steht vor einer ungewissen Zukunft. Experten wie Michael Gerrard von der Columbia University warnen, dass die Schäden an der wissenschaftlichen Infrastruktur – von verlorenen Talenten bis hin zu unterbrochenen Forschungsprojekten – Jahrzehnte andauern könnten. Die geplante Überarbeitung der Regeln für den öffentlichen Dienst, die es erleichtert, wissenschaftliche Mitarbeiter zu entlassen, könnte die Unabhängigkeit der Forschung weiter untergraben.
Während einige konservative Stimmen, wie Anthony Mills vom American Enterprise Institute, Reformen der NIH oder anderer Behörden befürworten, kritisieren sie die chaotische und zerstörerische Herangehensweise der Administration. Die kommenden Haushaltsverhandlungen im republikanisch dominierten Kongress könnten weitere Kürzungen bringen, was die Sorge um die wissenschaftliche Führungsrolle der USA verstärkt.
Fazit
Die Angriffe der Trump-Administration auf die amerikanische Wissenschaft – von Kürzungen bei Forschungsförderungen über Massenentlassungen bis hin zur Zensur – bedrohen die Gesundheit, Sicherheit und wirtschaftliche Zukunft des Landes. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat mit offenen Briefen, Protesten und rechtlichen Schritten reagiert, doch die Aussichten bleiben düster. Ohne eine Kehrtwende könnten die USA ihren Status als weltweite wissenschaftliche Supermacht verlieren, mit weitreichenden Folgen für die globale Forschung und die Bewältigung von Herausforderungen wie Klimawandel und Pandemien.

