
Auf und in der Nähe von Parkplätzen ist die Waldbrandgefahr durch Unachtsamkeit und Leichtsinn der Besucher besonders hoch. Das gilt insbesondere für geschützte Wälder, in denen abgestorbene Bäume als wichtige Habitate erhalten bleiben müssen. Im Yellowstone-Nationalpark ist die Gefahr besonders groß, zeigt eine neue Studie, die in Forest Ecosystems veröffentlicht wurde.
Abgestorbene Bäume – oft verursacht durch Schädlinge, Krankheiten und den Klimawandel – bieten eine große Menge trockenen, brennbaren Materials. Mit steigenden Temperaturen und stärkeren Dürren erhöht sich die Gefahr von Waldbränden.
Das Team verwendete ein zufälliges Waldklassifizierungsmodell, eine leistungsstarke Technik des maschinellen Lernens, um die Verteilung abgestorbener Bäume in Yellowstone zu kartieren. Sie kombinierten Daten des National Ecological Observatory Network (NEON) und Satellitenbilder, die Informationen über Kronenhöhe, Vegetationsbedeckung und Baumgesundheit lieferten.
Ihre Ergebnisse zeigten, dass in etwa 40 Prozent des Parks ein mittleres bis hohes Baumsterben herrscht, wobei Gebiete wie der zentral-westliche Park von früheren Bränden am stärksten betroffen waren. „Unser Modell zeigte eine Genauigkeit von 76,65 Prozent und verschaffte uns ein klares Bild davon, wo sich die Zahl der stehenden toten Bäume konzentriert“, sagte Dr. Di Yang, Co-Autor der Studie.
Mithilfe räumlicher Analysen identifizierten die Forscher die Regionen mit der höchsten Konzentration an stehenden toten Bäumen. Die Studie zeigte auch, dass diese Bäume besonders in Gebieten, die von früheren Bränden betroffen waren, stark gehäuft vorkommen, was zu noch schwereren zukünftigen Bränden führen könnte.
Die Studie bewertete auch die Gefährdung durch die Parkinfrastruktur, indem sie untersuchte, wie nahe tote Bäume an Straßen, Wegen, Gebäuden und Wasserquellen liegen. Die Forscher fanden heraus, dass Bereiche in der Nähe von Parkeingängen und beliebten Sehenswürdigkeiten am anfälligsten sind, während große, weniger dichte Ansammlungen toter Bäume im Nordosten und Süden ein geringeres Risiko darstellen.
Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse für den Umgang mit Waldbrandrisiken in Yellowstone und ähnlichen Ökosystemen. Die Forscher hoffen, dass ihre Methoden auch auf andere Regionen mit denselben Problemen angewendet werden können, um besser informierte Strategien für das Brandmanagement zu entwickeln.
Die Forschung wurde durch das Wyoming NASA EPSCoR Faculty Research Grant (Grant#80NSSC19M0061), Yellowstone National Park Services, finanziert.

Credits
Di Yang et al

