
Ab Oktober 2025 wird das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz mit einem neuen 80-kW-Prüfstand Brennstoffzellen und deren Systeme für Industriekunden und Projektpartner testen, um Leistung, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit unter verschiedenen Betriebsbedingungen zu bewerten. Das Team um Dr. Carmen Meuser prüft zudem Komponenten wie Kühlaggregate, Wasserabscheider, Pumpen, Sensoren, Befeuchter und Wärmetauscher, um den Hochlauf der Brennstoffzellenfertigung zu unterstützen.
Der Prüfstand, Teil eines nach Betriebssicherheitsverordnung zertifizierten Labors, ermöglicht Tests nach EU- und US-Normen sowie kundenspezifischen Anforderungen und ist groß genug für 80-kW-Module inklusive Balance-of-Plant-Komponenten. Neben der Überprüfung fertiger Brennstoffzellen-Stacks werden auch Halbzeuge getestet, um durch Impedanzmessungen Fehler und Alterungsprozesse zu analysieren, was die Qualitätssicherung und Lebensdauer der Systeme verbessert. Dieses „Design for Manufacturing“-Konzept optimiert Material- und Produktionsprozesse, um die Kosten für die Großserienfertigung von Wasserstoffsystemen zu senken.

Die Referenzfabrik.H2, eine Kooperation von Fraunhofer-Instituten und Unternehmen, treibt skalierbare Fertigungsprozesse für Elektrolyseure und Brennstoffzellen voran, um Herstellkosten zu reduzieren und den Marktdurchbruch zu fördern. Im Herbst 2025 ergänzen ein 250-W-Brennstoffzellen-Prüfstand für Einzelkomponenten und ein 1-kW-Elektrolyseur-Prüfstand für Mini-Stacks das Chemnitzer Labor, die beide Impedanzmessungen und Zyklovoltammetrie für Katalysatoranalysen ermöglichen, etwa zur Prüfung neuer Materialien als Ersatz für seltene Erden. Parallel baut das Fraunhofer IWU das Hydrogen Lab Görlitz (HLG) auf, das sich auf Wasserstofferzeugung und -speicherung konzentriert. Dort werden Prüfstände bis 2 MW Leistung Elektrolyseure testen, unter anderem durch Simulation von mechanischen Belastungen wie Wellengang für Offshore-Anwendungen.
Eine Klimakammer simuliert Temperaturen von -30 °C bis +70 °C, um Betriebs- und Materialparameter sowie Alterungsprozesse zu analysieren. Diese Infrastruktur stärkt die Wasserstoffwirtschaft in Sachsen und unterstützt die Energiewende durch emissionsfreie Mobilität und industrielle Dekarbonisierung.

