Tokyo (LabNews Media LLC) – Forscher der Tokyo Metropolitan University haben eine bisher unbekannte Form von Hitzewellen identifiziert, die durch tropische Wirbelstürme entsteht. Diese sogenannten „feuchten Hitzewellen“ zeichnen sich durch eine Kombination aus extrem hohen Temperaturen, sehr hoher Luftfeuchtigkeit und teilweise starken Niederschlägen aus. Im Gegensatz zu klassischen, trockenen Hitzewellen über Kontinenten werden sie durch Tiefdrucksysteme verursacht, die große Mengen feuchter Luft aus dem Pazifik heranführen.
Die Studie zeigt, dass feuchte Hitzewellen in den letzten 30 Jahren in Japan deutlich zugenommen haben. In der untersuchten Periode von 1992 bis 2021 machten sie etwa ein Viertel aller Hitzewellentage aus. Die Analyse von 108 Hitzewellen-Episoden ergab zwei dominante atmosphärische Muster: das bereits bekannte Hochdruckmuster aus dem Pazifik, das trockene und kurze Hitzewellen erzeugt, sowie das neue Muster der feuchten Hitzewelle, das mit tropischen Zyklonen zusammenhängt.
Besonders gefährlich sind diese Ereignisse, weil sie mehrere Naturgefahren gleichzeitig auslösen können: extreme Hitzebelastung durch hohe Luftfeuchtigkeit (die die Abkühlung des Körpers erschwert) und gleichzeitig das Risiko von Starkregen und Überflutungen. Die Kombination macht feuchte Hitzewellen zu einer besonderen Bedrohung für die Bevölkerung in maritimen Regionen wie Japan.
Die Ergebnisse liefern erstmals eine systematische Klassifizierung von Hitzewellen in ozeanisch geprägten Gebieten und unterstreichen die Notwendigkeit, Vorhersagemodelle und Schutzmaßnahmen an diese neue Form der Extremwetterereignisse anzupassen.
Die Studie wurde am 9. April 2026 in der Fachzeitschrift „Progress in Earth and Planetary Science“ veröffentlicht.
Credits
Metropoluniversität Tokio

