Adelaide (LabNews Media LLC) – Die Versauerung der Ozeane beeinträchtigt nicht nur direkt die Physiologie von Riff-Fischen, sondern zerstört vor allem deren soziale Strukturen. Das zeigt eine neue Studie der University of Adelaide, die in der Fachzeitschrift „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht wurde.
Die Forscher nutzten natürliche CO?-Quellen vor Japan als reales Abbild zukünftiger Ozeanbedingungen. Sie fanden heraus, dass die durch Versauerung verursachte Abnahme der strukturellen Komplexität der Korallenriffe zu deutlich kleineren Fischschwärmen führt. Kleinere Schwärme wiederum reduzieren das kollektive Verhalten, das für die Fische überlebenswichtig ist – darunter effizienteres Nahrungssuchen, längeres Verweilen in offenen Bereichen und eine geringere Zeit im Versteck.
Während direkte Auswirkungen von höherer Temperatur und niedrigerem pH-Wert auf das Verhalten einzelner Fische gering ausfielen, erwies sich der indirekte Effekt über den Verlust der Habitatkomplexität als dramatisch. Die sozialen Strukturen, auf die Riff-Fische für Schutz vor Raubtieren und erfolgreiches Nahrungsverhalten angewiesen sind, brechen unter den veränderten Bedingungen zusammen.
„Die Fische sind selten allein und verlassen sich auf große Schwärme, um Risiken zu verteilen und Feinde besser zu erkennen“, erklärte Studienleiter Dr. Angus Mitchell. Projektleiter Prof. Ivan Nagelkerken ergänzte, dass die eigentliche Bedrohung weniger in den direkten physiologischen Stressfaktoren liege, sondern vielmehr in der Zerstörung der sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass bei der Bewertung der Folgen des Klimawandels für marine Ökosysteme nicht nur einzelne Arten, sondern vor allem die komplexen sozialen und habitatabhängigen Interaktionen berücksichtigt werden müssen.
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Gettyd3 plus DNaruse Japan

