
Eine neue Untersuchung in der Zeitschrift e-Prime – Fortschritte in Elektrotechnik, Elektronik und Energie zeigt, wie Krankenhäuser in Deutschland ihren CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren können. Die Autoren Oliver Wagner und Lena Tholen betonen, dass der Gesundheitssektor, der 5,2 % der nationalen CO2-Emissionen verursacht, durch gezielte Klimaschutzmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann. Gleichzeitig stehen Krankenhäuser vor Herausforderungen durch den Klimawandel, wie hitzebedingte Gesundheitsrisiken oder neue Krankheitserreger.

Mittels Stakeholder-Workshops und einer narrativen Literaturanalyse wurden zehn Maßnahmen identifiziert, darunter die Optimierung der Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien und verhaltensbasierte Energiesparkampagnen. Für die Umsetzung in den 315 Krankenhäusern Nordrhein-Westfalens wären Investitionen von etwa 7,1 Milliarden Euro nötig, die Emissionen in den Bereichen Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (Energieversorgung) und Scope 3 (Lieferketten) senken könnten. Besonders Scope 3, das 50–75 % der Emissionen ausmacht, bietet durch nachhaltige Beschaffung großes Potenzial.
Die Studie unterstreicht, dass Energieeinsparungen nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die Betriebskosten senken und die Versorgungssicherheit in Krisenzeiten stärken. Das deutsche duale Finanzierungsmodell erschwert jedoch Investitionen, weshalb staatliche Unterstützung und einheitliche CO2-Bilanzierungsstandards gefordert werden. Ein partizipativer Ansatz, der Mitarbeitende und Patienten einbezieht, soll die Akzeptanz der Maßnahmen erhöhen.
Link zum Artikel: Potentials for climate protection in hospitals

