Wal Timmy: Was die Retter richtig machen

Durch | April 18, 2026
Timmy dreht sich zur offenen See – und leidet weiter: WDC Deutschland verweigert wissenschaftlich bewiesene humane Erlösung. Symbolbild. Credits: Unsplash

Stand: 18. April 2026 (Vormittag)

Der Buckelwal Timmy (auch „Hope“ genannt) liegt weiterhin in der flachen Kirchsee vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht. Er ist seit dem 31. März 2026 an derselben Position – das sind inzwischen 18 Tage.

Die private Rettungsinitiative (finanziert u. a. von Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert) setzt die Bergungsvorbereitungen fort. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern duldet die Aktion ohne eigene Verantwortung. Der eigentliche Hebevorgang mit Luftkissen war für den 18. April geplant, verzögert sich jedoch weiter. Vorbereitungen (Freispülen von Schlick, Positionierung der Pontons) laufen.

Technischer Ablauf der Rettungsaktion

  • Schlick und Sand unter dem Wal werden freigespült (erste Spülungen mit Hochleistungspumpen haben am 17. April begonnen).
  • Spezielle Luftkissen sollen das rund 12 Tonnen schwere Tier schonend anheben.
  • Der Wal wird auf einer Plane oder einem Netz zwischen zwei Schwimmpontons gelagert.
  • Ein Schlepper soll die Konstruktion in tiefere Ostsee-Gewässer ziehen, durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und möglichst weiter in den Atlantik.

Der Zeitplan hinkt hinterher. Am 17. April wurden Spülungen durchgeführt und Material positioniert. Für den 18. April sind weitere Vorbereitungen und möglicherweise der erste Hebeversuch vorgesehen. Die Arbeiten richten sich strikt nach dem Verhalten des Wals.

Hautpflege und Salzgehalt – detaillierte Erklärung

Buckelwale sind an den hohen Salzgehalt des Atlantiks (ca. 35 Promille) angepasst. Die Ostsee in der Wismarer Bucht hat nur 8–15 Promille Salzgehalt. Bei langem Aufenthalt im Brackwasser entsteht eine schwere Hautschädigung (ulzerative Dermatitis):

  • Die Haut quillt auf, bildet Blasen und Risse.
  • Die oberste Schicht löst sich in Platten ab; darunter wird empfindliche Unterhaut sichtbar.
  • Die normale schwarze, glatte Haut wird matt und anfällig für Infektionen (Pilze, Bakterien). Möwen picken zusätzlich an den Läsionen.

Die Helfer befeuchten den Körper kontinuierlich mit nassen Tüchern und Schläuchen, teilweise ergänzt durch Zinksalbe. Seit Beginn der Rettungsaktion wird eine spezielle Salzlösung mit höherem Salzgehalt als dem Ostseewasser eingesetzt. Diese Maßnahme:

  • Verhindert weitere osmotische Aufquellung der Hautzellen.
  • Stabilisiert bestehende Blasen und Risse.
  • Schafft lokal ein Milieu, das dem natürlichen Lebensraum näherkommt.

Die beteiligte Tierärztin (mit Walschutz-Erfahrung aus Hawaii) hat die Hautpflege medizinisch begleitet. Timmy reagierte auf die Befeuchtung mit der Salzlösung positiv – er zeigte lebhaftere Bewegungen. Die geplante Verbringung in salzreicheres Wasser der Nordsee/Atlantik soll die Regeneration der Haut langfristig ermöglichen.

Verhalten des Wals am 17./18. April

Am 17. April war Timmy auffallend aktiv: Er bewegte sich stärker, schlug kräftig mit der Schwanzflosse und blies regelmäßig Fontänen. Bei Annäherung eines Tauchers wehrte er sich heftig, sodass Arbeiten vorübergehend unterbrochen wurden. Diese Reaktionen werden als Zeichen gewertet, dass der Wal noch Kraftreserven hat. Am Morgen des 18. April lag er zunächst ruhig, die Vorbereitungen gingen aber weiter.

Bisheriger Verlauf der Entscheidung

Bis zum 15. April 2026 folgten Behörden den Gutachten (Deutsches Meeresmuseum Stralsund, ITAW), die eine Lebendrettung wegen des schlechten Zustands (inklusive Hautschäden durch Salzmangel) als zu riskant einstuften. Am 15. April legte die private Initiative das konkrete Konzept vor. Seit dem 16. April läuft der Versuch mit Hautpflege, Freispülen und geplanter Bergung. Der Ausgang bleibt ungewiss. Experten äußern weiter Skepsis, die Initiative sieht jedoch Chancen durch die aktuellen Maßnahmen und das veränderte Verhalten des Wals. Die Aktion wird öffentlich beobachtet und teilweise live übertragen.

Timmy dreht sich zur offenen See – und leidet weiter: WDC Deutschland verweigert wissenschaftlich bewiesene humane Erlösung. Symbolbild. Credits: Unsplash
Timmy dreht sich zur offenen See und darf hoffen Symbolbild Credits Unsplash
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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