foodwatch: Aldi, Red Bull, Nestlé – Konzerne pumpen kostenlos Milliarden Liter Grundwasser ab

Durch | April 17, 2026

Berlin (LabNews Media LLC) – Große Konzerne wie Aldi, Red Bull und Nestlé nutzen öffentliches Grundwasser in großem Stil für ihre Profite – oft kostenlos. Das zeigt eine aktuelle Recherche von foodwatch. Gleichzeitig stoßen die Verbraucherschützer bei den zuständigen Behörden auf massive Widerstände und Auskunftsverweigerungen.

Allein in Treuchtlingen pumpt eine Aldi-Tochter jährlich 250 Millionen Liter Grundwasser ab – ohne Entgelt. Das Wasser wird als „Altmühltaler Quelle“ in PET-Flaschen abgefüllt und bundesweit verkauft. Der Preis im Supermarkt liegt teilweise beim 99-fachen des Preises für Leitungswasser. In Brandenburg fördert Red Bull an einer Quelle 92 Prozent des verfügbaren Grundwassers – für die lokale Bevölkerung bleiben nur acht Prozent übrig.

foodwatch wollte von den Behörden genaue Zahlen zu Entnahmemengen, Genehmigungen und Auflagen erhalten. Die Antworten fielen jedoch oft ablehnend aus. Einige Ämter beriefen sich auf „Geschäftsgeheimnisse“ der Unternehmen, andere verwiesen auf Zuständigkeitsfragen oder verlangten hohe Gebühren – bis zu 300 Euro für zwei einfache Fragen.

„Grundwasser ist ein Allgemeingut. Es gehört nicht den Konzernen, sondern uns allen“, kritisiert foodwatch-Geschäftsführer Dr. Chris Methmann. „Statt Transparenz erleben wir eine systematische Abschottung zugunsten privater Interessen.“

Besonders problematisch sei die Situation in Regionen, die bereits unter Wasserstress leiden. Fast jeder zweite deutsche Landkreis kämpft mit strukturellem oder akutem Grundwasserdefizit. Dennoch werde die Entnahme für kommerzielle Zwecke vielerorts weiterhin kaum kontrolliert oder bepreist.

foodwatch fordert ein konsequentes Umdenken: Kein kostenloses Abpumpen von Grundwasser mehr in Regionen mit Wassermangel, deutlich strengere Genehmigungsverfahren und volle Transparenz über Entnahmemengen. Erste Erfolge gibt es bereits: Ab Juli 2026 wird in Bayern erstmals eine geringe Abgabe von zehn Cent pro 1.000 Liter Grundwasser fällig.

Die Organisation ruft Verbraucherinnen und Verbraucher auf, die Recherche durch eine Fördermitgliedschaft zu unterstützen, um weiter Druck auf Politik und Behörden ausüben zu können.

(Quelle: foodwatch)

Symbolbild Credits Unsplash

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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