Zürich (Labnews Media LLC) – Flugzeuge emittieren beim Starten und Landen erhebliche Mengen ultrafeiner Aerosol-Partikel. Ein Teil dieser Partikel enthält auch Schmieröl. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI), die im Umfeld des Flughafens Zürich durchgeführt wurde.
Die Forschenden haben in zwei mehrwöchigen Messkampagnen im Winter 2022 und Sommer 2024 gut einen Kilometer in Windrichtung der meistgenutzten Start- und Landebahn mit speziellen Instrumenten Feinstaub erfasst und in Echtzeit analysiert. Die Messungen ergaben bis zu 300.000 ultrafeine Partikel (UFP) pro Kubikzentimeter Luft – mehr als das Zehnfache des nächtlichen Hintergrundwerts ohne Flugverkehr. Im Vergleich zu städtischer Luft liegt die Partikelanzahl am Flughafen deutlich höher, während die Partikelmasse geringer ausfällt.
Besonders auffällig war der Nachweis von Schmieröl an den ultrafeinen Partikeln. Die Forscher konnten dies in Echtzeit erfassen, sobald ein Flugzeug in geringer Höhe über die Messstation flog. Die Emissionen hängen stark von Windrichtung, Flughöhe und Triebwerkstyp ab. Bei Landungen waren die Spitzen ausgeprägter als bei Starts.
Die Studie bestätigt frühere Ergebnisse von anderen europäischen Flughäfen und zeigt, dass die Verbrennung in Flugzeugturbinen am Boden weniger vollständig ist als im Reiseflug. Schmieröl gelangt offenbar bei manchen Triebwerken ins Abgas. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, insbesondere das tiefe Eindringen ultrafeiner Partikel in die Lunge, sind noch nicht umfassend erforscht.
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt, das die Studie finanziert hat, diskutiert die Ergebnisse bereits in internationalen Arbeitsgruppen. Mögliche Gegenmaßnahmen sind die Einführung schwefelarmen Kerosins, der Einsatz elektrischer Schlepper für Rollbewegungen am Boden oder der verstärkte Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF), das weniger Schwefel und Russvorläufer enthält.
Die Forschenden betonen, dass der Flughafen Zürich bereits Maßnahmen wie das Verbot des Betriebs flugzeugeigener Hilfsturbinen am Gate umgesetzt hat. Langfristig könnten technische und betriebliche Verbesserungen die Emissionen ultrafeiner Partikel weiter reduzieren. Die Studie liefert wichtige Daten für die Diskussion um Luftqualität in der Umgebung von Flughäfen.

