Kapstadt (LabNews Media LLC) – Neue Langzeitdaten zeigen einen deutlichen Anstieg der Sichtungen von Blau- und Finnwalen vor der Küste Namibias und Südafrikas. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit infolge des kommerziellen Walfangs werden die beiden größten Walarten der Welt wieder häufiger in ihrem historischen Verbreitungsgebiet beobachtet.
Wissenschaftler der University of Cape Town und der Stellenbosch University haben über 60 Jahre umfassende Aufzeichnungen von bestätigten Sichtungen und Strandungen ausgewertet. 95 Prozent aller dokumentierten Beobachtungen beider Arten stammen aus der Zeit seit 2012. Die Ergebnisse deuten auf eine langsame, aber messbare Erholung der Bestände hin, nachdem der kommerzielle Walfang in den 1970er Jahren weitgehend eingestellt wurde.
Blauwale gelten weiterhin als „vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered), Finnwale als „gefährdet“ (Vulnerable). Trotz des positiven Trends bleiben beide Arten anfällig gegenüber modernen Bedrohungen wie Schiffsverkehr, Unterwasserlärm, Plastikmüll und Klimawandel.
Die Studie wurde am 23. Mai 2026 in der Fachzeitschrift African Journal of Marine Science veröffentlicht.
DOI: 10.2989/1814232X.2026.2626591
Originalpublikation:
James et al. (2026): Recent increase in blue and fin whale sightings in the southeast Atlantic. African Journal of Marine Science. DOI: 10.2989/1814232X.2026.2626591
Foto von Sara Golaski für das Namibian Dolphin Project

