Eines der weltweit bekanntesten Programme zur friedlichen Koexistenz von Mensch und Raubtier steht vor dem Scheitern. Das Modell zum Schutz von Vielfraßen und der indigenen Sámi-Rentierhirten in Nordeuropa kann seinen Erfolg ohne langfristige staatliche Finanzierung nicht aufrechterhalten.
Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der University of York in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität. Die Untersuchung zeigt, dass die dokumentierten Vielfraß-Bestände in ihren nördlichen Kerngebieten deutlich zurückgegangen sind. Gleichzeitig seien die staatlichen Mittel für das Programm seit 20 Jahren eingefroren. In den betroffenen Gemeinden werde zudem ein wachsendes Misstrauen gegenüber dem Vorhaben berichtet.
Das Programm hatte vor mehr als zehn Jahren internationale Anerkennung erhalten, weil es einen Ausgleich zwischen dem Schutz des streng geschützten Vielfraßes und den Interessen der Rentierhaltung der Sámi ermöglichte. Ohne nachhaltige Finanzierung drohe dieser Erfolg nun verloren zu gehen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit langfristiger Investitionen, um solche Koexistenzmodelle dauerhaft zu sichern.
Credits
Universität York

