
Neu angelegte Ausgleichsflächen können wirksam zum Erhalt von Wildbienen und anderen Bestäubern beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie niederländischer Forscher, die erstmals die Wirksamkeit von Biodiversitätsausgleichsmaßnahmen für Bestäuber untersucht hat.
In den Niederlanden, wo in den vergangenen hundert Jahren etwa 90 Prozent der halbnatürlichen Grasländer verloren gingen, unterstützten neu geschaffene Ausgleichsflächen doppelt so viele Wildbienen wie bestehende Grasländer und beherbergten zudem mehr Arten. Die Anzahl der Schwebfliegen war vergleichbar. Auch die Blütenvielfalt war ähnlich, wenngleich sich die Zusammensetzung der Blütenpflanzen unterschied.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology veröffentlicht wurde, verglich 20 Ausgleichsflächen mit 20 bestehenden Grasflächen. Die Ergebnisse zeigen, dass gut geplante und gepflegte Ausgleichsflächen zumindest anfangs sogar bessere Bedingungen für Wildbestäuber bieten können als bereits vorhandene Habitate.
Die Autoren betonen, dass Biodiversitätsausgleichsprogramme wie die „No Net Loss“-Politik der EU oder das britische „Biodiversity Net Gain“ nur dann wirksam seien, wenn die neu geschaffenen Habitate sorgfältig geplant und langfristig gepflegt würden. Bessere Dokumentation und langfristige Überwachung seien notwendig, um die tatsächliche Wirksamkeit solcher Maßnahmen zu gewährleisten.

Bildnachweis Francesca Sodano

