
Anlässlich des Internationalen Tags der Umwelt am 5. Juni hat die UNO-Flüchtlingshilfe vor den dramatischen Auswirkungen der Klimakrise auf geflüchtete und vertriebene Menschen weltweit gewarnt. Extreme Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen träfen besonders jene, die bereits vor Krieg, Gewalt oder Verfolgung fliehen mussten.
Rund 75 Prozent aller Geflüchteten – etwa 86 Millionen Menschen – leben demnach in Regionen, die stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. Ihre Möglichkeiten zur Anpassung an extreme Bedingungen seien oft stark eingeschränkt, wodurch sich ihre ohnehin prekären Lebenssituationen weiter verschärften. Die Klimakrise sei längst auch eine humanitäre Krise, teilte die Organisation mit.
Geflüchtete lebten häufig in besonders vulnerablen Gebieten mit unzureichendem Schutz vor Extremwetter, begrenztem Zugang zu Wasser, Energie und Nahrung. Dies verschärfe Armut, gefährde Gesundheit, Bildung und Sicherheit und erschwere langfristige Perspektiven. Zudem erhöhe die Klimakrise die Konkurrenz um Ressourcen wie Wasser und Land und belaste Aufnahmekommunen zusätzlich.
Die UNO-Flüchtlingshilfe setzt gemeinsam mit dem UNHCR auf konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen. Dazu gehören Aufforstungsprojekte wie „Make Minawao green again“ in Kamerun sowie der UNHCR-Aktionsplan für Klimamaßnahmen 2024–2030. Dieser sieht unter anderem Investitionen in Dämme, Brunnen, Solarenergie und nachhaltige Landwirtschaft vor, um die Widerstandsfähigkeit von Flüchtlings- und Aufnahmeregionen zu stärken.
Nationaler Direktor Mark Ankerstein betonte, geflüchtete Menschen gehörten zu den am stärksten von der Klimakrise betroffenen Gruppen. Ohne gezielte Unterstützung blieben sie von notwendigen Anpassungsmaßnahmen ausgeschlossen. Klimaschutz sei deshalb immer auch Schutz von Menschenleben.


