Menschen mit Epilepsie, die in ländlichen Regionen leben, haben offenbar schlechtere gesundheitliche Ergebnisse als Betroffene in städtischen Gebieten. Das zeigt eine US-Studie, die am 3. Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde. Demnach hatten Patienten in den ländlichsten Countys fast doppelt so hohe Chancen, während eines Krankenhausaufenthalts zu sterben, wie Personen in großstädtischen Gebieten.
Die Forscher um Edward R. Bader von der Albert Einstein College of Medicine analysierten 841.445 Krankenhausaufnahmen von Erwachsenen mit Epilepsie. Sie stuften die Patienten nach dem Urbanisierungsgrad ihrer Wohn-Countys ein – von großen Metropolen bis zu extrem ländlichen Gebieten ohne nennenswerte Städte.
Personen aus den ländlichsten Regionen wiesen nicht nur eine höhere Sterblichkeit im Krankenhaus auf, sondern kamen auch häufiger mit einem Status epilepticus (einem schweren, anhaltenden Anfallszustand) in die Klinik und hatten längere Liegezeiten. Zudem erhielten sie seltener ein EEG zur weiteren Abklärung und wurden seltener in Reha- oder Pflegeeinrichtungen entlassen.
Die Unterschiede blieben nach Berücksichtigung von Alter, Begleiterkrankungen und Krankenhausgröße weitgehend bestehen. Bei Patienten mit privater Krankenversicherung verschwanden die Zusammenhänge jedoch weitgehend. Die Autoren sehen darin Hinweise, dass nicht allein die ländliche Lage, sondern vor allem Faktoren wie Zugang zu spezialisierter neurologischer Versorgung, Versicherungsstatus und Verfügbarkeit von Notfallstrukturen eine Rolle spielen.
Die Studie belege keinen ursächlichen Zusammenhang, sondern nur eine Assoziation. Die Forscher fordern weitere Untersuchungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung in ländlichen Gebieten, etwa durch Ausbau von Telemedizin.

