Wer mehr Zeit im Freien verbringt und in der Nähe von Grünflächen lebt, weist ein vielfältigeres Nasenmikrobiom auf und berichtet von besserer psychischer Gesundheit. Das zeigt eine Studie des Denver Museum of Nature & Science, die auf dem ASM Microbe 2026 Kongress vorgestellt wurde.
Die Forscher um Genomics-Wissenschaftlerin Bridget Chalifour, Ph.D., hatten 111 Museumsbesucher einbezogen. Die Teilnehmer gaben Nasenabstriche ab und beantworteten Fragen zu ihrem psychischen Wohlbefinden, der Zeit im Freien und dem Wohnumfeld. Mit 16S-rRNA-Sequenzierung wurde das Nasenmikrobiom analysiert, die Grünflächenanteile wurden über Satellitendaten ermittelt.
Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl der Aufenthalt in der Natur als auch die Nähe zu Grünflächen die Zusammensetzung des Nasenmikrobioms positiv beeinflussen. Eine höhere mikrobielle Vielfalt im Nasenraum korrelierte mit besserem mentalem Befinden. Besonders die tatsächliche Zeit im Freien – unabhängig vom Grünanteil der Umgebung – zeigte einen starken Zusammenhang mit niedrigeren Depressionswerten und einem gesünderen Mikrobiom.
Die Wissenschaftler vermuten, dass das Nasenmikrobiom eine vermittelnde Rolle zwischen Naturkontakt und psychischer Gesundheit spielen könnte. Menschen veränderten ihr Mikrobiom allein dadurch, dass sie mehr Zeit in der Natur verbringen. Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Grünflächen und Naturaufenthalten für die öffentliche Gesundheit.

