In 71 Prozent untersuchter Küken des Südlichen Riesensturmvogels fand sich Plastik. Schon kleine Mengen relativ zur Körpermasse gingen bei rund einem Monat alten Tieren mit Veränderungen in Ernährungslage, Körperkondition, Stoffwechsel, Leber- und Muskelfunktion sowie Immunantwort einher. Das berichten Luciana Gallo (CONICET) und Marcela Uhart (UC Davis) mit Partnern in Ecotoxicology and Environmental Safety (DOI: 10.1016/j.ecoenv.2026.120628).
Beprobt wurde 2022 und 2023 in Patagonien in zwei Altersstufen: etwa ein und etwa drei Monate. Gegen das Ausfliegen waren die meisten Marker abgeschwächt oder verschwunden; die Glutathion-S-Transferase blieb als Signal. Ob die Küken kompensieren oder sich Aufnahme und Physiologie zeitlich entkoppeln, ist offen.
Riesensturmvögel gelten global nicht als hochbedroht, fressen aber an der Oberfläche, wo Treibgut treibt. Altvögel können Plastik mit dem Futter hochwürgen. Stückzahlen allein sagen wenig: Die Tiere wirkten äußerlich gesund. Die Autorinnen werten die frühen, subtilen Abweichungen als Warnsignal für Entwicklung, Überleben und späteren Bestand – nicht als Beleg für akute Todesfälle. Weitere Stressoren im Südlichen Ozean bleiben ungetrennt. Für den Meeresschutz heißt das: Warten auf sichtbares Siechtum kommt zu spät.
Credits
Violeta Lang

