GENF, 1. September (LabNews Media LLC) – Botschaften, die Emotionen wecken – etwa Staunen über eine Landschaft oder Erzählungen –, bewegen Absicht, Verhalten und Politikunterstützung stärker als reine Wissenschaftsinformation. Appelle an individuelle oder kollektive Schuld bleiben schwach und können Abwehr auslösen. Das ergibt eine Synthese von 71 Studien mit rund 216.000 Teilnehmenden am Labor für Konsumentscheidungen der Universität Genf, erschienen im Journal of Environmental Psychology (DOI: 10.1016/j.jenvp.2026.103176).
Tobias Brosch und Mario Herberz verglichen 15 Strategien, von Wissenslücken über begrenzte Rationalität (Gesundheit, Kosten) bis zu Moral, Ethik und Religion. Bilder verstärken den Effekt. Fast alle Ansätze zeigten irgendeine positive Richtung; Wiederholung kann ihn festigen. Die Originalarbeiten maßen meist eine einmalige Exposition.
Gemessen wurden oft Absichten und Zustimmung, selten langfristiger Energieverbrauch. Was in Experimenten wirkt, muss in polarisierten Öffentlichkeiten nicht halten. Verantwortungstexte ohne Handlungspfad riskieren Trotz. Für Behörden heißt das: Fakten nicht streichen, aber nicht als alleiniges Werkzeug einsetzen – und Emotion nicht mit Panik verwechseln. Ob Staunen Emissionen senkt, beantwortet die Metaanalyse nicht.

