Baumhöhlen schützen Wildtiere weltweit vor tödlichen Extremtemperaturen

Durch | September 8, 2026
Owl perched inside a dark tree hollow, surrounded by rough bark in a sunlit forest edge.

URBANA. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und zunehmender Hitzewellen erweisen sich natürliche Baumhöhlen weltweit als überlebenswichtige Rückzugsorte für Vögel, Fledermäuse und andere Wildtiere.

Wie eine globale Meta-Analyse der University of Illinois Urbana-Champaign am Dienstag zeigte, fungieren Baumhöhlen überall auf der Erde als thermische Puffer gegen extreme Wetterbedingungen. Demnach bleibt die Luft im Inneren von Bäumen bei starker Hitze im Durchschnitt um drei bis vier Grad Celsius kühler als die Umgebungstemperatur. In besonders großen oder tiefen Höhlen kann der Unterschied sogar bis zu 15 Grad betragen. Was nach wenig klingt, kann für viele Arten bei tödlichen Hitzewellen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Schutz im Sommer und im Winter

Die schützende Wirkung der Stämme beschränkt sich jedoch nicht nur auf heiße Tage. Bei Kälte bieten Baumhöhlen ein leicht wärmeres Mikroklima als die Außenluft. Diese Eigenschaft ist laut den Forschern besonders wichtig für Tiere während der Trächtigkeit oder in Phasen, in denen Jungtiere allein im Nest zurückbleiben.

Für die im Fachjournal Forest Ecology and Management veröffentlichte Untersuchung werteten die Wissenschaftlerinnen Joy O’Keefe und Katrina Cotten Daten aus insgesamt 36 relevanten Studien der vergangenen 65 Jahre aus, die fünf Kontinente abdecken. Überall zeigte sich derselbe Effekt: Natürliche Strukturen wie Höhlen, Rindenabplatzungen oder Spalten bieten Tieren einen erheblich besseren Schutz vor extremen Temperaturen als die meisten künstlichen Nisthilfen.

Künstliche Nistkästen fallen im Vergleich durch

Die Analyse offenbarte zudem eine gravierende Schwachstelle künstlicher Schutzmaßnahmen. Herkömmliche Nist- und Fledermauskästen versagen häufig dabei, die Thermoregulation der Natur nachzubilden. Die Temperaturen in künstlichen Boxen übersteigen tagsüber fast immer die der Außenluft, während sie die Wärme in der Nacht nicht halten können. Die Forscher fordern daher eine dringende Anpassung des Designs künstlicher Roosts, sofern diese in Naturschutzplänen unvermeidbar sind.

Die Autoren betonen, dass Forstmanager weltweit den Schutz und die Regeneration natürlicher Lebensräume sowie den Erhalt von Alt- und Riesenbäumen priorisieren müssen. Trotz bestehender Datenlücken in der Forschung – vor allem aus Südamerika, Asien und weiten Teilen Afrikas – liefere die globale Datenauswertung klare Beweise dafür, dass der Erhalt intakter Wälder die effektivste Strategie ist, um Massensterben von Wildtieren durch extreme Wetterereignisse abzuwenden.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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