Fabulose-Workshop zeigt: Verbraucher wollen Qualität und Transparenz bei Lederalternativen

Durch | Oktober 9, 2026
Ästhetisch und nachhaltig: So wollen Verbraucher Lederimitate. Credits: elif s., pexels

Der erste Co-Creation-Workshop des EU-geförderten Projekts Fabulose hat am 19. September 2026 im Mannheimer Atelier der Designerin Melina Bucher zentrale Verbraucherperspektiven auf vegane und biobasierte Lederalternativen zusammengeführt. Organisiert vom Steinbeis Europa Zentrum, den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) und Melina Bucher, stand die Frage im Mittelpunkt, welche Eigenschaften Konsumenten bei nachhaltigen Materialien erwarten und unter welchen Bedingungen sie diese akzeptieren.

Ästhetisch und nachhaltig: So wollen Verbraucher Lederimitate. Credits: elif s., pexels
Ästhetisch und nachhaltig So wollen Verbraucher Lederimitate Credits elif s pexels

Die Veranstaltung brachte Verbraucher, Designer, Nachhaltigkeitsinteressierte sowie Nutzer konventioneller Lederprodukte zusammen, um ihre Erfahrungen mit Leder und ihre Erwartungen an Alternativen zu diskutieren. Als Partner für das Stakeholder-Engagement schafft das Steinbeis Europa Zentrum mit solchen Formaten gezielt Möglichkeiten, potenzielle Anwender früh in den Innovationsprozess einzubinden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die weitere Entwicklung biobasierter Lederalternativen ein und sollen deren künftige Marktakzeptanz stärken.

Die Teilnehmenden brachten eigene Lederprodukte mit, die sie regelmäßig nutzen und besonders schätzen – von Geldbörsen und Handtaschen bis hin zu Jacken und Schuhen. Viele dieser Gegenstände waren bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Einsatz, was die hohe Bedeutung von Langlebigkeit und einer langen Nutzungsdauer unterstrich. In den Gesprächen wurde Leder vor allem mit Komfort, Qualität, Ästhetik und Beständigkeit verbunden; auch die emotionale Bindung zu lang genutzten Produkten und die charakteristische, mit der Zeit entstehende Patina wurden als besondere Qualitäten hervorgehoben.

Im weiteren Verlauf bewerteten die Teilnehmenden verschiedene vegane und biobasierte Lederalternativen und diskutierten deren Potenzial für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Dabei spielten Haptik, Flexibilität, Haltbarkeit, Aussehen und Geruch eine entscheidende Rolle. Materialien, die sich natürlich anfühlten und optisch hochwertigen Naturmaterialien ähnelten, wurden besonders positiv bewertet, während Proben, die als künstlich, plastikartig oder wenig robust wahrgenommen wurden, kritischer betrachtet wurden. Die Diskussionen machten zudem deutlich, dass die Anforderungen je nach Einsatzgebiet variieren: Während viele der getesteten Materialien für Taschen, Geldbörsen oder andere Accessoires als geeignet angesehen wurden, gelten für Schuhe oder Produkte mit direktem Hautkontakt deutlich höhere Erwartungen an Tragekomfort, Flexibilität, Atmungsaktivität und Langlebigkeit.

Eine zentrale Erkenntnis des Workshops war, wie stark Hintergrundinformationen die Wahrnehmung neuer Materialien beeinflussen. Die Teilnehmenden reagierten positiver auf Materialien, wenn sie mehr über deren Herkunft und Herstellungsprozess erfuhren; besonders großes Interesse weckten innovative Rohstoffe wie myzelbasierte Materialien oder Lösungen aus recycelten Ressourcen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Nachhaltigkeit allein nicht ausreicht, um Verbraucher zu überzeugen: Umweltfreundliche Materialien müssen auch in puncto Qualität, Funktionalität und Nutzungsdauer überzeugen. Eine transparente Kommunikation über Herkunft, Produktion und Nachhaltigkeitsvorteile kann dabei helfen, Vertrauen aufzubauen und die Akzeptanz neuer Materialien zu fördern.

Der Workshop verdeutlichte das große Interesse der Teilnehmenden an biobasierten Alternativen zu Leder und lieferte wertvolle Impulse für die weitere Materialentwicklung sowie die Kommunikationsaktivitäten des Fabulose-Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass nachhaltige Materialien nicht nur ökologische Vorteile bieten müssen, sondern auch die Anforderungen erfüllen sollten, die Verbraucher hinsichtlich Komfort, Funktionalität, Langlebigkeit und Ästhetik an Alltagsprodukte stellen.

Über Fabulose:

Fabulose ist ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt, das nachhaltige und tierfreie Alternativen zu Leder entwickelt. Dafür nutzt das Projekt innovative biobasierte Rohstoffe wie bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente. Durch die Kombination von Biotechnologie, künstlicher Intelligenz und digitalen Zwillingstechnologien arbeitet Fabulose daran, biologisch abbaubare Materialien zu entwickeln und gleichzeitig Transparenz, Ressourceneffizienz und Kreislauffähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern.
Förderung: Das Projekt wird vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking und seinen Mitgliedern unterstützt. Es wird von der Europäischen Union gefördert (Fördervereinbarung Nr. 101214009).

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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