
Mangrovenwälder, Salzmarschen und Seegraswiesen nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, fördern die Artenvielfalt und schützen Küstenregionen. Am 21. November zeigt ein Side Event im Deutschen Pavillon auf der Weltklimakonferenz COP29, wie ein effektives Management dieser vegetationsreichen Küstenökosysteme gestaltet werden könnte, um diese wichtigen Leistungen zu erhalten und ein Erreichen der Klimaziele zu unterstützen.

In Zeiten tiefgreifender Veränderungen wie Klimawandel, Artensterben und Bevölkerungswachstum steigen die Erwartungen an die Leistungen vegetationsreicher Küstenökosysteme. Als naturbasierte Lösungen in der Klimakrise sollen Mangrovenwälder, Seegraswiesen oder Salzmarschen unsere Küsten vor dem steigenden Meeresspiegel schützen, Nahrung bereitstellen, Wasser reinigen, CO? aus der Atmosphäre entnehmen und in Form von Kohlenstoff speichern und vieles mehr.
Weltweit sind die Flächen der Seegraswiesen, Salzmarschen, Mangroven- und Tangwälder in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen – verursacht durch Küstenbebauung, Übernutzung, Verschmutzung und die Folgen des Klimawandels.
• Kann ein gezieltes Management der Küstenökosysteme ihre Leistungspalette erhalten oder gar erweitern, so dass sie in der Lage sind, die wachsenden Ansprüche der Menschen zu erfüllen?
• Wie muss ein solches Management gestaltet sein?
• Wie können Wissenschaft, staatliche Behörden und insbesondere die lokalen Gemeinschaften gemeinsam daran arbeiten, vegetationsreiche Küstenökosysteme sowie deren Leistungen für Natur und Mensch zu bewahren und sie optimal im Sinne des Gemeinwohls, der Biodiversität und des Klimas zu nutzen?
• Was tun, wenn die übergreifenden Interessen des Klima- und Küstenschutzes den Interessen der lokalen Bevölkerung entgegenstehen?
Um diese und ähnliche Fragen geht es auf der COP29 bei dem wissenschaftlichen Side Event “Strengthening the resilience of coastal communities: How people, nature and climate benefit from mosaic spatial planning and co-designed management of coastal ecosystems”, das am 21. November im Deutschen Pavillon stattfindet. Die Diskussionsrunde bringt Experten mit unterschiedlichen Perspektiven und Lösungsansätzen zusammen.
Mit dabei ist auch Prof. Dr. Martin Zimmer, Mangrovenökologe am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen. Er hat das Konzept des Ökosystem Co-Designs als Managementstrategie für die (Wieder-)Ansiedlung vegetationsreicher Küstenökosysteme und die Erhaltung ihrer Leistungen entwickelt. Diese Idee stellt menschliche Ansprüche an bestimmte Ökosystemleistungen in den Vordergrund. Welche Schutzansätze umgesetzt und welche Bewirtschaftung zugelassen wird, hängt von einer Priorisierung der einzelnen Ansprüche ab.
„Nicht immer entsprechen die Managementmaßnahmen den Bedürfnissen aller betroffenen Bevölkerungsgruppen, und nicht immer führen die entsprechenden Entscheidungen zu mehr Nachhaltigkeit“, so Zimmer. „Beim Ökosystem Co-Design wird die menschliche Nutzung natürlicher und (wieder)angesiedelter Ökosysteme gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung geplant. Unser Konzept verbindet Widerstandsfähigkeit mit Nachhaltigkeit und vorausplanender Klimaanpassung und gleicht im Idealfall die Eingriffskosten durch wirtschaftliche Vorteile aus.“
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