
Die Hochschule Heilbronn hat ein Kooperationsabkommen mit Partnern in Tobago unterzeichnet, um eine nachhaltige Tourismusentwicklung im Biosphärenreservat Nordost-Tobago zu unterstützen und dabei auch die Auswirkungen des Tourismus wissenschaftlich zu untersuchen.

Tiefblaues Meer, palmengesäumte Traumstrände, der perfekte Urlaubsort – so mutet das UNESCO-Biosphärengebiet Nordost-Tobago an. Doch dahinter steckt viel mehr: Das Areal, welches aus Meeres-und Landflächen besteht, beherbergt eines der ältesten Waldschutzgebiete der Welt und ist Lebensraum nicht nur für rund 10.000 Menschen, sondern auch für eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Ziel des UNESCO-Programmes ist es, die Lebensgrundlagen der BewohnerInnen zu verbessern und dabei die tropischen Ökosysteme auf dem Land und im Meer zu schützen. Als Expertin für nachhaltige Tourismusentwicklung nahm Professorin Martina Shakya Ende November an einem Workshop in Tobago teil, um die Erarbeitung eines Monitoring-Plans für das Biosphärengebiet zu unterstützen. Ein wichtiges Aufgabenfeld gemäß den Zielen eines Biosphärengebiets ist auch die wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung durch akademische Partner. Durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der für das Schutzgebiet zuständigen Inselregierung (Tobago House of Assembly) unterstreicht die Hochschule Heilbronn (HHN) ihre Bereitschaft, das Biosphärengebiet in Tobago bei der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus zu unterstützen und die Auswirkungen des Tourismus wissenschaftlich zu untersuchen. Damit leistet die Hochschule einen wichtigen Beitrag in Form von wissenschaftlicher Begleitung und Wissenstransfer.
Für Studierende der HHN ergeben sich aus der Kooperation vielfältige Möglichkeiten: Geplant sind Exkursionen in das Biosphärenreservat für Studierende der tourismusbezogenen Studiengänge der Fakultät International Business. Auch mehrmonatige Forschungsaufenthalte im Rahmen von Abschlussarbeiten oder Auslandspraktika zur Unterstützung konkreter Projekte sind denkbar. Der Austausch zwischen der HHN und Tobago und die damit verbundene Mobilität junger Menschen soll zukünftig aber in beide Richtungen stattfinden. Daher sind auch akademische Austauschprogramme zwischen der HHN und Hochschulen in Trinidad & Tobago geplant.
Martina Shakya, Professorin für Tourismus und Geographie an der HHN, bewertet die Kooperation als Glücksfall für beide Seiten: „Die Partner in Tobago sind unglaublich motiviert, den noch in den Anfängen steckende Tourismus im Biosphärengebiet von Anfang an konsequent nachhaltig zu gestalten. Als Hochschule können wir dort fachlich unterstützen und auf Augenhöhe mit den Partnern vor Ort zusammenarbeiten. Tobago könnte ein künftiges Traumziel für nachhaltigen Naturtourismus werden.“
Weitere akademische Partner aus Deutschland, die das Biosphärengebiet neben der HHN unterstützen, sind die Pädagogische Hochschule Heidelberg, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, sowie das Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen. „Auch die transdisziplinäre, hochschulübergreifende Zusammenarbeit und die Potentiale für gemeinsame Forschungsprojekte sehe ich als große Chance der Kooperation mit Tobago. Unsere Tourismus-Studierenden können durch die Zusammenarbeit mit Studierenden anderer Fachdisziplinen wie Geographie, Ökologie und Pädagogik ebenfalls viel lernen“, so Professorin Shakya weiter.
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