
Miami (Labnews Media LLC) – Der Atlantische Meridional Overturning Circulation (AMOC), ein wichtiges Klimasystem im Nordatlantik, hat in den vergangenen rund 20 Jahren eine deutliche Verlangsamung erfahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der University of Miami Rosenstiel School of Marine, Atmospheric and Earth Science.
Die Forschenden werteten langjährige Messdaten von vier ozeanischen Beobachtungsarrays entlang der westlichen Grenze des Nordatlantiks aus, die von den Subtropen bis in mittlere Breiten reichen (etwa 16,5° N bis 42,5° N). Mithilfe von bodengeankerten Instrumenten, die Druck, Temperatur, Dichte und Strömungen kontinuierlich erfassen, konnten sie eine konsistente Abnahme der tiefen Strömungen unterhalb von etwa 1.000 Metern nachweisen. Die Verlangsamung erstreckt sich demnach über ein weites Gebiet und deutet auf eine großräumige Veränderung hin.
Der AMOC reguliert Temperaturen, Niederschlagsmuster und den Meeresspiegel im Nordatlantikraum. Eine Abschwächung könnte zu veränderten Wetterbedingungen führen, darunter extremere Stürme, veränderte Niederschlagsverteilung oder kältere Winter in manchen Regionen sowie zu einem stärkeren Meeresspiegelanstieg an Küsten.
Die Messungen entlang der westlichen Grenze könnten zudem als Frühwarnsignal dienen. Die Ergebnisse helfen, künftige Klimaveränderungen besser einzuschätzen und Anpassungsmaßnahmen für betroffene Regionen zu planen.
Die Studie wurde am 8. April 2026 in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.
Science Advances
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