Biomethan als Alternative: wertvoll, aber zu wenig vorhanden

Durch | Oktober 16, 2026
In Deutschland gibt es etwa 9.600 Biogasanlagen. Credits: Vladimir Srajber, pexels

Diese Woche hat das Ökoinstitut ein Eckpunktepapier zur Grüngasquote veröffentlicht, das festlegt, wie hoch die Menge an klimafreundlichen Brennstoffen sein muss, die Inverkehrbringer ins Gasnetz einspeisen. Durch die Grüngasquote und das Gebäudemodernisierungsgesetz rückt Biomethan stärker in den Fokus der Wärmewende. Die Gesetze könnten den Bedarf deutlich steigern, da neue Gas- und Ölheizungen künftig schrittweise mit mehr klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden müssen. Ein Bericht des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt jedoch, dass nachhaltiges Biomethan knapp ist und deshalb gezielt dort eingesetzt werden sollte, wo klimafreundliche Alternativen fehlen.

In Deutschland gibt es etwa 9.600 Biogasanlagen. Credits: Vladimir Srajber, pexels
In Deutschland gibt es etwa 9600 Biogasanlagen Credits Vladimir Srajber pexels

Die Studie analysiert Potenziale, Nachfrage und Einsatzmöglichkeiten von nachhaltigem Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen. Ihr zentrales Ergebnis lautet, dass Biomethan dazu beitragen kann, fossile Energieträger zu ersetzen, sich aber nicht als breite Lösung für die Energiewende eignet. Wo möglich, sollten strombasierte Alternativen wie Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge sowie Wind- und Solarstrom Vorrang haben. Schon der für 2045 erwartete Mindestbedarf von 208 Terawattstunden liegt weit über dem maximal mobilisierbaren, nachhaltigen Potenzial von rund 60 Terawattstunden aus Rest- und Abfallstoffen. Dabei könnte die Nachfrage durch neue Vorgaben im Gebäudebereich und im Schiffsverkehr deutlich höher ausfallen. 2024 wurden erst 10 Terawattstunden aus allen Biomethanquellen eingespeist, was 1,2 Prozent des gesamten deutschen Erdgasbedarfs entspricht.

Das begrenzte und wertvolle Biomethan sollte nur dort eingesetzt werden, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt, wie etwa für Hochtemperaturprozesse in der Stahlindustrie und den Schiffsverkehr. Die starken Preisschwankungen können zudem zur Kostenfalle werden, so Moritz Vogel, Senior Researcher am Öko-Institut. Biomethan breit im Gebäudesektor einzusetzen, ist laut der Studie besonders kritisch. Zwar konnte das im Juli 2026 in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz in der Studie nur in seiner Entwurfsfassung und nicht in der Endfassung berücksichtigt werden. Dennoch könnte Biomethan durch die nun geltenden Regelungen maßgeblich sein, um die stufenweise steigenden Mindestanteile erneuerbarer Energien für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen zu erfüllen. Die Bio-Treppe schreibt ab 2029 zunächst einen Anteil von mindestens zehn Prozent vor, der bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Zusätzlich ist ab 2028 eine Grüngasquote für Anbieter von Erdgas vorgesehen, deren konkrete Ausgestaltung noch gesetzlich geregelt werden muss. Auch sie könnte die Nachfrage nach nachhaltigem Biomethan weiter erhöhen. Laut der Analyse reichen die nachhaltigen Potenziale nicht aus, um den stark erhöhten Bedarf zu decken. Zudem sind Wärmepumpen in der Regel wirtschaftlicher.

Für die Wärmewende ist laut Öko-Institut Biomethan keine tragfähige Lösung: Es ist in zu geringen Mengen vorhanden und birgt eine unsichere Preisentwicklung.

Originalpublikation:

Studie „Nachhaltiges Biomethan: Potenziale, Einsatz und Alternativen Eine Einordnung der Nutzungshierarchie“ (https://www.oeko.de/publikation/nachhaltiges-biomethan-potenziale-einsatz-und-al…)

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