
Ein Motor, der ausschließlich mit Ammoniak betrieben wird und keine fossilen Kraftstoffe benötigt, ist erstmals in einem Fahrzeug umgesetzt worden. Das Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM hat gemeinsam mit dem US-Unternehmen First Ammonia Motors die Basistechnologie für diesen kohlenstofffreien Antrieb entwickelt. Die erfolgreiche Probefahrt fand am 27. Juni 2025 am Stadtrand von Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina statt.
Das Motorkonzept von First Ammonia Motors ist speziell auf die Eigenschaften von Ammoniak (NH?) abgestimmt. Das Fraunhofer IMM steuerte kompakte Cracker-Systeme mit mikrostrukturierten Reaktoren und hochaktiven, langzeitstabilen Katalysatoren bei. Die für die stabile Verbrennung nötige Wasserstoff-Beimischung wird dabei direkt im Fahrzeug aus dem Ammoniak erzeugt – ausschließlich durch die Abwärme des Motors. Zusätzlicher Treibstoff oder Strom ist lediglich zum Start erforderlich. Als Abgase entstehen lediglich Wasserdampf und Stickstoff.
Die Technologie eignet sich besonders für Anwendungen, in denen eine direkte Elektrifizierung nur schwer möglich ist. Dazu zählen Schwerlastverkehr, maritime Antriebe, stationäre Energieversorgung und Off-Highway-Fahrzeuge. Das System zeichnet sich durch hohe Effizienz aus, da die Abgase zur Beheizung der Reaktoren genutzt werden.
Das Fraunhofer IMM präsentiert die gesamte Prozesskette – vom Energieträger über die Verbrennung bis zur Emissionsminderung – auf der Hannover Messe 2026. Besucher finden das Institut vom 20. bis 24. April auf der Sonderausstellungsfläche Hydrogen + Fuel Cells Europe in Halle 11, Stand E10. Die Entwicklung markiert einen Meilenstein für klimafreundliche Antriebe in schwer elektrifizierbaren Sektoren.

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