Klimawandel im Kongobecken: Würzburger Forscher leiten internationales Projekt

Durch | April 14, 2026

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung eines Würzburger Klimatologen untersucht die Folgen des Klimawandels für das Kongobecken. Das zweitgrößte zusammenhängende Tropenwaldgebiet der Erde ist durch steigende Temperaturen, veränderte Niederschläge und zunehmende Krankheitsausbreitung bedroht. Das Projekt soll Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Versorgung mit Wasser, Nahrung und Energie sowie für die Gesundheitsresilienz der Bevölkerung erarbeiten.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Vorhaben mit rund 150 000 Euro. Insgesamt stehen knapp 650 000 Euro zur Verfügung, unterstützt auch vom Belmont Forum, der südafrikanischen National Research Foundation, dem Schweizerischen Nationalfonds und dem internationalen Programm Future Earth. Die Laufzeit beträgt drei Jahre.

Federführend ist Professor Freddy Bangelesa von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und der School of Public Health der Universität Kinshasa. Er gehört der Arbeitsgruppe Klimatologie von Professor Heiko Paeth an der JMU an. Bangelesa erklärte, das Team wolle die klimabedingten Dynamiken im Kongobecken umfassend verstehen. Das Klima beeinflusse dort die Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrung sowie die Gesundheit der Bewohner.

Das Würzburger Team wertet hochaufgelöste Klimadaten aus. Erste Simulationen zeigten einen möglichen jährlichen Rückgang der Niederschläge um 500 Milliliter pro Quadratmeter. Bei einem aktuellen Jahresniederschlag von rund 6000 Milliliter pro Quadratmeter wäre das ein enormer Verlust.

Ein Team der Universität Kinshasa untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen und steht im Austausch mit lokalen Gemeinschaften. Forscher der Universität Witwatersrand in Südafrika erfassen gefährdete Ökosysteme und entwickeln Schutzmaßnahmen. Die Universität Neuenburg in der Schweiz analysiert politische Handlungsoptionen. Die Congolese Young Academy of Science unterstützt die Verbreitung der Ergebnisse. Drei Doktorandenstellen sind für Würzburg, Kinshasa und Südafrika eingerichtet.

Das Projekt bringe Forschende aus Nord- und Südhalbkugel zusammen, erklärte Bangelesa. Ein kongolesischer Doktorand arbeite an der JMU und werde nach seiner Promotion im Kongo weiterforschen. Ziel sei es, vor Ort das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen und konkrete Handlungsempfehlungen für Anwohner, Landwirte und Behörden zu geben.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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