Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben einen textilbasierten Kaskadenfilter entwickelt, der Mikroplastik aus dem Abwasser von industriellen Wäschereien effektiv entfernt. Das System filtert Kunststofffasern, die beim Waschen synthetischer Textilien freigesetzt werden, bereits vor der Einleitung in die Kanalisation.
Pro Waschgang und Kilogramm Textilien gelangen Schätzungen zufolge zwischen 12 und 1400 Milligramm Mikrofasern ins Abwasser. Kläranlagen entfernen zwar bis zu 99 Prozent der Partikel, tragen aber aufgrund der großen Wassermengen dennoch erheblich zur Belastung von Gewässern bei. Der neue DITF-Filter setzt bereits in Wäschereien an und reduziert die Einträge deutlich.
Der Kaskadenmikrofilter besteht aus drei Stufen dreidimensionaler textiler Sandwich-Verbundmedien aus Polypropylengewebe und einem 3D-Abstandsgewirk. Die Porengrößen nehmen von Stufe zu Stufe ab und filtern Partikel bis hinunter auf 1,5 Mikrometer. Das System arbeitet auch bei niedrigem Wasserdruck zuverlässig, ist einfach aufgebaut und wartungsarm.
Ein integriertes Rückspülsystem mit Druckluft reinigt den Filter. Dabei verschiebt sich der Filterkuchen vom Gewebe auf das Abstandsgewirk. Dadurch verlängert sich die Betriebszeit um 155 Prozent, und Rückspülungen sind seltener nötig.
Feldversuche in einer industriellen Wäscherei und einer kommunalen Kläranlage ergaben eine Abscheideleistung von 89,7 beziehungsweise 98,5 Prozent. Das System ist flexibel skalierbar, platzsparend und kosteneffizient. Das entwickelte Textilverbundmedium lässt sich zudem für weitere Filtrationsaufgaben anpassen.
Die DITF sehen in dem Kaskadenfilter eine praktikable Lösung, um Mikroplastikeinträge aus dem Wäschereisektor deutlich zu senken und die aquatischen Ökosysteme zu entlasten.
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