Französische Atomaufsicht verlangt Klarheit über nutzbare Kernbrennstoffe

Durch | September 18, 2026

Paris – Die französische Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz (ASNR) hat ihre Erwartungen an den sechsten Nationalen Plan für radioaktive Stoffe und Abfälle (PNGMDR) formuliert. Der Plan soll den Zeitraum 2027 bis 2031 abdecken. Zwei Stellungnahmen vom 10. September 2026, veröffentlicht am 16. September, gelten der Frage, welche radioaktiven Stoffe noch als verwertbar gelten, und Abfällen, die besondere Arbeiten brauchen (Avis 2026-AV-033 und 2026-AV-034). Auftraggeber des Plans ist die Generaldirektion Energie und Klima.

Der PNGMDR steuert seit einem Gesetz von 2006 die Behandlung von Kernbrennstoffen, wiederverwertbaren Stoffen und Abfällen. Die fünfte Ausgabe gilt 2022 bis 2026. Die öffentliche Debatte zur sechsten Ausgabe begann im Oktober 2025. Die ASNR mahnt rasche Entscheidungen an. Sichere Entsorgungswege sollen binnen 15 bis 20 Jahren für alle Abfallarten stehen.

Im Mittelpunkt steht die Grenze zwischen Wertstoff und Abfall. Abgereichertes Uran, wiederaufgearbeitetes Uran bei Orano, MOX-Ausschuss, abgetrenntes Plutonium und bestimmte Uran-Schlämme haben nach Aufsichtssicht oft keine konkrete Verwertung. Fehlt eine realistische Nutzung binnen etwa hundert Jahren, sollen Stoffe als Abfall eingestuft und Rückstellungen angepasst werden. Betreiber sollen in den Dreijahresberichten Strategien klären oder umwidmen.

Bei sehr schwach aktiven Abfällen (TFA) bleibt die Deponiekapazität eng. Beton und Schutt aus dem Rückbau sollen auf Wiederverwendung geprüft werden. Schwach aktive langlebige Abfälle (FA-VL), darunter Graphit, sind zu heterogen für ein einziges Endlager. Die ASNR empfiehlt homogene Familien und eine Standortentscheidung, genannt wird Vendeuvre-Soulaines, so früh wie möglich. Abfälle künftiger EPR2- und Kleinreaktoren sollen auf Einlagerbarkeit in Cigéo geprüft werden, ohne sofort ins Referenzinventar zu wandern. Auch medizinische Nuklide und ausgebrannte Strahlenquellen brauchen belastbare Pfade.

Cigéo, das geplante geologische Tiefenlager, bleibt der Bezug für hoch- und mittelaktive langlebige Abfälle. Die ASNR hat den Genehmigungsantrag so weit für prüfbar gehalten, dass 2026 eine öffentliche Untersuchung möglich war. Der Planentwurf darf nach Aufsichtssicht nicht hinter bereits getroffene Weichen zurückfallen.

Die Stellungnahmen sind Fachvorgaben, kein abgeschlossener Plan. Ob abgebranntes Uran und Plutonium Energierohstoff bleiben, hängt von der Strompolitik und von Wiederaufarbeitung nach 2040 ab. Die ASNR entscheidet nicht allein über die Einstufung. Sie verlangt nachvollziehbare Fristen und Geld für den Fall, dass aus Wertstoff Abfall wird.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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