
Santa Cruz – Forschende haben das bislang größte genomische Datenset für den nordamerikanischen Bison erstellt und damit eine genetische Basis für Schutz- und Wiederansiedlungsmaßnahmen geschaffen. Die Studie unter Leitung des Paleogenomics Lab der University of California Santa Cruz erschien in der Fachzeitschrift Science (DOI: 10.1126/science.aee4205).
Bisons lebten über Jahrtausende in Populationen von zig Millionen Tieren und wurden Anfang des 20. Jahrhunderts durch Jagd, Krankheiten und Lebensraumzerstörung auf wenige Hundert Individuen dezimiert. Heute gibt es wieder Hunderttausende. Die Forschenden sequenzierten Genome von 160 Bisons – darunter 115 aus der Zeit vor dem Zusammenbruch – und kombinierten sie mit 52 bereits veröffentlichten modernen Genomen. Die Daten umspannen mehr als 20.000 Jahre.
Die Analyse zeigt, dass Bisons über Tausende von Kilometern genetisch verbunden waren; regionale Unterarten entstanden erst in den letzten Jahrtausenden. Moderne Wood-Bison-Herden enthalten infolge von Umsiedlungen in den 1920er-Jahren zwischen 7 und 64 Prozent Plains-Bison-Ancestry. Rinder-DNA findet sich nur bei etwa einem Drittel der modernen Bisons und macht dann weniger als 2 Prozent des Genoms aus; die Hybridisierung liegt rund 20 Generationen zurück.
Wood- und Plains-Bisons bleiben genetisch deutlich unterschieden und sollten trotz der Introgression getrennt gemanagt werden. Die alte DNA liefert eine Referenz für die genetische Vielfalt vor dem Zusammenbruch und kann Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme genomisch fundierter steuern. An der Arbeit waren unter anderem Parks Canada und die University of Alberta beteiligt.

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