Veränderte Landnutzung erhöht die Übertragungsgefahr von Krankheiten von Tieren auf Menschen

Durch | Januar 28, 2026

Neue Forschungsergebnisse der Universität Stirling zeigen, dass veränderte Landnutzung das Risiko der Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen direkt erhöhen kann.

Eine Studie unter der Leitung von Dr. Adam Fell von der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität belegt, dass Entwaldung, Landwirtschaft, schnell wachsende Städte und fragmentierte Lebensräume das Risiko der Ausbreitung von Zoonosen wie Covid-19 und Malaria erhöhen, insbesondere solcher, die von Mücken, Nagetieren und Fledermäusen übertragen werden.
Diese Veränderungen können Menschen und Wildtiere einander näher bringen und natürliche ökologische Barrieren stören, die die Krankheitsübertragung normalerweise begrenzen.

Dr. Fell erklärt: „Da der Mensch die Naturlandschaften zunehmend verändert, kommen Menschen und Wildtiere in engeren Kontakt. Dies kann die Entstehung neuer Krankheiten oder die Ausbreitung bestehender Krankheiten begünstigen. Gleichzeitig steigen die globalen Investitionen in die Wiederherstellung degradierter Umwelt, um dem Klimawandel und dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken.

Wir wissen jedoch erstaunlich wenig darüber, ob die Wiederherstellung das Krankheitsrisiko verringert – oder es in manchen Fällen unbeabsichtigt vorübergehend erhöhen könnte. Diese Studie zeigt, dass Entscheidungen über die Art und Weise, wie wir Land nutzen und wiederherstellen, die menschliche Gesundheit direkt beeinflussen können.“

Da Regierungen und Organisationen weltweit massiv in die Wiederherstellung von Ökosystemen investieren, ist es unerlässlich zu verstehen, wie diese Maßnahmen das Krankheitsrisiko beeinflussen, um unbeabsichtigte gesundheitliche Folgen zu vermeiden und den langfristigen Nutzen zu maximieren.

Forscher trugen Daten aus aller Welt zusammen, um herauszufinden, wo Landnutzungsänderungen das Krankheitsrisiko erhöhen, wo Renaturierungsmaßnahmen es verringern können und wo weiterhin wichtige Wissenslücken bestehen.

Die Studie, die Teil des Projekts RESTOREID (Restoring Ecosystems to Stop the Threat of Re-Emerging Infectious Disease – Wiederherstellung von Ökosystemen zur Bekämpfung der Bedrohung durch wiederkehrende Infektionskrankheiten) ist, zeigte, dass einige Maßnahmen, wie der Schutz von Feuchtgebieten und die Erhaltung bestehender natürlicher Lebensräume, häufig mit einem geringeren Risiko für durch Mücken übertragene Krankheiten einhergehen.

Im Gegensatz dazu erhöhten bestimmte Formen der Baumpflanzung oder Wiederaufforstung das Risiko in frühen Erholungsphasen, insbesondere für durch Mücken oder Zecken übertragene Krankheiten.

Die Studie ergab außerdem, dass die meisten bisherigen Forschungen zu diesem Thema in wohlhabenderen Ländern durchgeführt wurden, obwohl viele der größten Krankheitsprobleme in einkommensschwachen Regionen auftreten. Dies bedeutet, dass große Teile Afrikas, Südostasiens und Lateinamerikas, wo sowohl Landnutzungsänderungen als auch Krankheitsrisiken hoch sind, noch nicht ausreichend erforscht wurden.

Forscher identifizierten weltweit 50 prioritäre Regionen, in denen neue Forschung besonders wertvoll wäre, und entwickelten einen frei zugänglichen Online-Atlas, der politischen Entscheidungsträgern und Verantwortlichen im öffentlichen Gesundheitswesen helfen soll, zukünftige Maßnahmen gezielter auszurichten.

Die Studie „Globale Evidenzsynthese zu Landnutzungsänderungen und zoonotischen Risiken“ wurde in Nature Sustainability veröffentlicht. Die Arbeit erfolgte in Zusammenarbeit mit der Bangor University, mit Beiträgen des Alternet–EKLIPSE-Netzwerks und der International Society for Infectious Diseases.

Sie baut auf früheren Arbeiten auf, die von der Europäischen Kommission im Rahmen der EKLIPSE-Initiative „Biodiversität und Pandemien“ gefördert wurden und die enge Zusammenarbeit zwischen Ökologie, öffentlicher Gesundheit und Politik widerspiegeln. Die Arbeit wurde durch Mittel des EU-Programms Horizon im Rahmen von RESTOREID (Restoring Ecosystems to Stop the Threat of Re-Emerging)


Studienleiter ist Dr Adam Fell von der Universität Stirling Credits privat

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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