EU-Klimazoll auf Importe stärkt weltweiten Klimaschutz

Durch | Juni 2, 2026
Earth from space, showing Africa and surrounding regions with white cloud cover over the blue oceans.

Der europäische CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) kann die Klimapolitik nicht nur in der EU, sondern auch weltweit deutlich voranbringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die im Fachjournal Journal of the Association of Environmental and Resource Economists veröffentlicht wurde.

Ohne den Grenzausgleich würde ein erheblicher Teil der europäischen Emissionsminderungen durch sogenannten Carbon Leakage ins Ausland verlagert. Die Studie zeigt, dass die globale Emissionsreduktion in diesem Fall nur bei 305 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr läge – statt 505 Millionen Tonnen in Europa allein. Mit dem CBAM sinkt der Leakage-Effekt deutlich, und die weltweite Emissionsminderung steigt auf 399 Millionen Tonnen pro Jahr.

Noch größer fällt der Effekt aus, wenn Handelspartner auf den EU-Mechanismus reagieren und selbst einen CO2-Preis einführen. In diesem Szenario könnten Kanada, Japan, Südkorea und Taiwan der EU-Klimakoalition beitreten. Die globale Emissionssenkung würde dann auf 691 Millionen Tonnen pro Jahr steigen – 73 Prozent mehr als durch EU-Maßnahmen allein.

„Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus soll der Industrie innerhalb der EU helfen, zu dekarbonisieren und dabei wettbewerbsfähig zu bleiben – doch nicht weniger wichtig ist, was außerhalb der EU geschieht“, erklärt PIK-Forscher Timothé Beaufils, Leitautor der Studie. „Wir beobachten bereits, dass andere Länder wie Brasilien oder die Türkei auf den CBAM mit einem eigenen CO2-Preis reagieren.“

Die Studie zeigt, dass der EU-Mechanismus einen sogenannten „Brüssel-Effekt“ auslösen kann: Aufgrund der zentralen Rolle der EU in globalen Lieferketten entfalten in Brüssel beschlossene Maßnahmen auch Wirkung außerhalb Europas. „Mehr Klimaschutz führt zu noch mehr Klimaschutz“, resümiert Co-Autorin Leonie Wenz.

Der CBAM tritt Anfang 2026 schrittweise in Kraft und belegt CO2-intensive Importe mit einem Klimazoll, sofern das Herkunftsland keinen vergleichbaren CO2-Preis erhebt. Die Studie basiert auf ökonomischen Simulationen mit Daten zu 56 Sektoren und 43 Ländern und kombiniert Handelsökonomie mit spieltheoretischen Ansätzen.

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Credits NASA Unsplash
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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