Hitzewellen sorgen für deutlich mehr Krankmeldungen und hohe Kosten

Durch | Juni 4, 2026
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Länger anhaltende Hitzewellen führen zu spürbar mehr Krankmeldungen und verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auf Basis umfangreicher AOK-Daten. An einem durchschnittlichen Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad steige die Zahl der Krankmeldungen um etwa 3,5 Prozent, nach sieben aufeinanderfolgenden Hitzetagen sogar um 10,8 Prozent.

Für die Untersuchung wurden mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Daten von rund 9,7 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten im Alter zwischen 25 und 59 Jahren aus den Jahren 2007 bis 2020 ausgewertet. Die Studie verknüpft erstmals Krankmeldungen, Arztbesuche und Gesundheitskosten mit Wetterdaten und erfasst dabei auch weniger schwere Erkrankungen.

Eine dreitägige Hitzewelle verursacht den Hochrechnungen zufolge allein durch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zusätzliche Kosten von rund 32 Millionen Euro. Hinzu kämen Produktivitätsverluste bei Beschäftigten, die trotz Hitze arbeiten. Die Analyse zeige zudem, dass sich die negativen Effekte längerfristig fortsetzen.

Besonders betroffen sind demnach Berufe in Transport und Logistik, Fertigung, Landwirtschaft sowie im Bauwesen. Deutlich geringer sei das Risiko in Branchen wie Informationstechnologie, Bildung sowie Rechts- und Verwaltungswesen. Dennoch seien auch dort bei anhaltender Hitze Zunahmen bei den Krankmeldungen feststellbar. Besonders vulnerable Gruppen sind ältere Beschäftigte und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Die AOK-Bundesverbandsvorsitzende Dr. Carola Reimann betonte, Hitzeschutz sei nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern wirke sich unmittelbar auf Fehlzeiten und Produktivität aus. Die Studie unterstreiche die Notwendigkeit besserer Schutzmaßnahmen wie kühlere Arbeitsräume, angepasste Arbeitszeiten und mehr Flexibilität, insbesondere für körperlich belastende Berufe im Freien.

Der AOK-Bundesverband verwies auf die Ergebnisse anlässlich des Hitzeaktionstages am 11. Juni und forderte verbindliche Hitzeaktionspläne als Teil der Klimaanpassung.

Länger anhaltende Hitzewellen führen zu spürbar mehr Krankmeldungen und verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Credits: Pugnalom.io by LabNews Media LLC
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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