Forschungsverbund entwickelt Lösungen gegen Wassermangel in Spree-Region

Durch | Juli 1, 2026
Infographic map titled 'SpreeWasser:N Wasserspeicher-Toolbox' showing a watershed with forests, rivers, reservoirs, and underground layers, with numbered components and a legend.

Berlin (LabNews Media LLC) – Sinkende Grundwasserstände, langanhaltende Dürren und zunehmende Nutzungskonflikte belasten die Spree und die Wasserversorgung in Berlin-Brandenburg. Ein Forschungsverbund unter Leitung der TU Berlin hat nun das Wasserdefizit berechnet und Lösungsansätze für eine bessere Speicherung und Resilienz entwickelt.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „SpreeWasser:N“ untersuchte das Einzugsgebiet der Unteren Spree zwischen Spreewald und Berlin. „Die Wasserkrise ist längst Realität. Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein grundlegender Wandel im regionalen Wassermanagement notwendig ist – weg von der schnellen Entwässerung, hin zur aktiven Speicherung und Rückhaltung von Wasser“, erklärte Prof. Dr. Irina Engelhardt, Leiterin des Fachgebiets Hydrogeologie an der TU Berlin und Koordinatorin des Projekts.

Die Forschenden stellten ein strukturelles Wasserdefizit fest, das seit etwa 2010 nahezu dauerhaft auftritt. Ursachen sind veränderte Niederschlagsmuster, höhere Verdunstung und der Braunkohleausstieg in der Lausitz, der künstliche Wasserzuflüsse aus Tagebauen entfallen lässt. An der Talsperre Spremberg wird in trockenen Sommern deutlich weniger Wasser in die Spree abgegeben als früher.

Die Studie entwickelte eine digitale „Wasserspeicher-Toolbox“, die verschiedene Maßnahmen für Wasserversorger und Kommunen bündelt. Dazu gehören künstliche Grundwasseranreicherung, kontrollierte Drainagesysteme und die Nutzung natürlicher Senken zur temporären Wasserspeicherung. Besonders geeignet für eine tiefe Grundwasseranreicherung sei etwa ein Drittel der untersuchten Fläche.

Zudem entstand ein regionales Dürre-Frühwarnsystem mit einem Online-Tool für Bewässerungsempfehlungen in der Landwirtschaft. Die Forschenden warnen auch vor dem Aufstieg salzhaltigen Tiefenwassers durch intensive Grundwasserförderung.

Man habe gezeigt, wo Wasser gespeichert werden kann und welche Technologien geeignet seien, sagte Engelhardt. Nun seien politische Entscheidungen und Investitionen in Pilotprojekte erforderlich. Das Projekt wurde mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert und lief von 2022 bis 2025. Beteiligt waren zahlreiche Forschungseinrichtungen und Praxispartner.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts: https://www.spreewasser-n.de/

Der Projektbericht mit allen Ergebnissen ist hier einsehbar: https://www.spreewasser-n.de/wp-content/uploads/2026/06/SpreeWasserN_Abschlussbericht_2026.pdf

Digitale „Wasserspeicher-Toolbox“ | Quelle: Janine Rülicke-Ahrens/TU Berlin | Copyright: Janine Rülicke-Ahrens / TU Berlin
Digitale Wasserspeicher Toolbox | Quelle Janine Rülicke AhrensTU Berlin | Copyright Janine Rülicke Ahrens TU Berlin
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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