Die Afrikanische Schweinepest (ASP) betrifft ausschließlich Schweine – also Hausschweine und Wildschweine (Sus scrofa). Andere Wildtiere und der Mensch erkranken nicht.
Hohe Sterblichkeit bei Wildschweinen
Bei Wildschweinen verläuft die Infektion in der Regel tödlich. Die Letalität liegt bei hochvirulenten Stämmen bei 90 bis nahezu 100 Prozent. Die Tiere sterben meist innerhalb weniger Tage bis einer Woche nach Auftreten der Symptome (hohes Fieber, Schwäche, Atemnot, Blutungen, Durchfall). In betroffenen Gebieten können Wildschweinpopulationen innerhalb eines Jahres um 80 bis 95 Prozent zurückgehen. Die krankheitsbedingte Sterblichkeit übertrifft dabei deutlich den Einfluss der Jagd.
Langanhaltende Belastung durch Kadaver
Tote Tiere bleiben oft monatelang in der Landschaft liegen. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und überlebt in Kadavern, Blut und kontaminiertem Boden über Wochen. Andere Wildschweine infizieren sich durch Kontakt mit den Kadavern oder dem Umfeld – das hält die Seuche in der Population aufrecht.
Ökologische Folgen
- Stark reduzierte Wildschweinbestände verändern die Vegetation (weniger Wühl- und Fraßschäden, dichterer Unterwuchs).
- Raubtiere und Aasfresser (Wölfe, Luchse, Füchse, Bären, Greifvögel) verlieren eine wichtige Nahrungsquelle und müssen auf andere Beute ausweichen.
- In Südostasien hat die ASP bei endemischen Schweinearten (z. B. Bartschweinen) zu Bestandsrückgängen von über 90 Prozent und regionalen Aussterben geführt, mit deutlichen Auswirkungen auf die Regenwaldökologie.
Weitere Effekte
In Europa kann die ASP nach dem ersten starken Einbruch endemisch auf niedrigem Niveau (oft um 1 Prozent Prävalenz) in Wildschweinpopulationen verbleiben und über Jahre fortbestehen. Maßnahmen wie Zäune und intensive Bejagung zur Eindämmung können zusätzlich andere Wildtiere (z. B. Rehe) in ihrer Bewegungsfreiheit und Paarung einschränken.
Zusammengefasst wirkt die ASP auf Wildschweine wie ein massiver Populationszusammenbruch mit möglichen langfristigen ökologischen Kettenreaktionen – während andere Wildtierarten nicht direkt erkranken.

