Berlin – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt für Deutschland weiterhin ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 623 Fälle bei Wildschweinen bestätigt – ein Rückgang um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Hausschweinen gab es 2026 bislang keine Ausbrüche.
Schwerpunkte der Seuche liegen derzeit in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen und Brandenburg. Seit dem Erstnachweis 2020 ist das Virus in der Wildschweinpopulation präsent. Insgesamt wurden in Deutschland seit 2021 nur 19 Ausbrüche in Hausschweinebeständen registriert.
Die größte Gefahr liegt in einer Einschleppung in große Schweinehaltungen. Ein solcher Ausbruch führt zur Tötung des gesamten Bestands, zur Einrichtung von Sperrzonen und zu möglichen Exportverboten – mit potenziell milliardenschweren Schäden. Besonders betroffen wären intensiv schweinehaltende Regionen wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Das Virus wird vor allem durch den Menschen verschleppt, etwa über weggeworfene Speisereste, kontaminierte Fahrzeuge oder Jagdausrüstung. Für Menschen und andere Haustiere ist die ASP ungefährlich.
Behörden und Landwirtschaft setzen weiterhin auf intensive Kadaversuche, Zäune und Bejagung, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

