LAUSANNE, 3. September (LabNews Media LLC) – Bei Menschen mit Lungenkrebs fanden Ärztinnen und Ärzte häufiger und mehr Mikroplastikpartikel in Spül- und Gewebeproben als bei Patientinnen und Patienten ohne diese Diagnose. Das berichtete Ilias Dimeas (University College Dublin und Universität Thessalien) auf einem Kongress der European Respiratory Society anhand von 100 Bronchoskopien am Universitätsklinikum Larissa. Die Beobachtung belegt keine Ursache für Krebs.
Je 50 Untersuchte hatten Lungenkrebs oder eine andere Indikation. Über eine flexible Bronchoskopie wurde ein Lungenabschnitt mit Kochsalz gespült; bei der Hälfte kam Gewebe hinzu. In allen Proben zusammen lagen 232 Partikel. Bei 70 Prozent der Untersuchten war mindestens eine Probe positiv. In der Lavage war der Nachweis bei Krebsfällen häufiger (66 gegenüber 46 Prozent), die Last insgesamt höher. Vergleich von Spülung und Gewebe derselben Person deutete auf ungleichmäßige Verteilung: mehr Partikel in der Lavage gingen oft mit weniger im Gewebe einher und umgekehrt.
Häufigste Polymere waren Polypropylen und Polyethylen, üblich in Verpackung, Textilien und Haushaltswaren. Lungenkrebs bleibt weltweit die häufigste Krebsart (rund 2,5 Millionen Neuerkrankungen und 1,8 Millionen Todesfälle jährlich). Rauchen ist der wichtigste Faktor; Luftverschmutzung trägt ebenfalls bei.
Dimeas betonte, die Studie erkläre nicht, warum Krebsfälle mehr Partikel zeigten. Möglich seien Entzündung oder andere Prozesse – oder kranke Lungen hielten Teilchen anders fest. Laborversuche zu Kunststoffarten und Zellkontakt sowie Analysen bei chronischen Lungenkrankheiten laufen. Die Forschung zu Gesundheitsfolgen von Mikroplastik stehe am Anfang.
Ohne Raucherstatus, Berufsexposition und Luftqualität in der Auswertung bleibt der Gruppenunterschied leicht verzerrbar. Kontamination bei Probenahme und Labor ist bei Mikroplastikstudien ein Dauerproblem. Wer raucht, sollte zuerst das aufgeben; Plastik in der Lunge ersetzt diese Priorität nicht.
Credits
Ilias Dimeas Europäische Gesellschaft für Atemwegserkrankungen

