GÖTTINGEN, 3. September (LabNews Media LLC) – Je mehr Fledermausaktivität, desto weniger Insektenbefall an Macadamia. Das berichtet ein Team um M. Anders von der Universität Göttingen aus zehn intensiv bewirtschafteten Plantagen in Südafrika in Agriculture, Ecosystems and Environment (DOI: 10.1016/j.agee.2026.110666). Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Vogelzahl und Befall ließ sich nicht zeigen.
Verglichen wurden Bäume am Rand und in der Mitte der Anlagen. Beobachtet wurden 111 Vogelarten; über Ortungsrufe 16 Fledermausarten. Am Rand waren Arten dichter und holziger Vegetation häufiger, in der Mitte Offenlandarten. Fledermauszahl und -vielfalt stiegen mit dem Anteil natürlicher Lebensräume (heimischer Wald, Busch, Gestrüpp). Erträge lagen am höchsten, wenn rund 60 Prozent der Landschaft solche Habitate ausmachten. Der Fledermauseffekt auf Fraßschäden war vor allem dort sichtbar, wo weniger Naturfläche die Plantage umgab.
In Ausschlussversuchen wurden Bäume vernetzt, sodass Vögel und Fledermäuse nicht an die Nüsse kamen. Der Anteil insektengeschädigter Nüsse stieg von 6,2 auf 10,7 Prozent – rund 70 Prozent mehr. Weil Netz und Zählung Vögel und Fledermäuse unterschiedlich treffen, bleibt der Beitrag der Vögel unscharf.
Macadamia zählt wegen Ernte und Verarbeitung zu den teuren Nüssen. Naturnahe Flächen gelten den Autoren als Rückzugsorte für Nützlinge und als Planungsgröße, nicht als Garant für höhere Erlöse in jedem Betrieb. Ob sich 60 Prozent Naturanteil in anderen Kulturen oder Klimazonen rechnen, prüft die Studie nicht.
Credits
Mina Anders

