US-Amerikaner trinken einer Studie zufolge seit Jahren etwa gleich viel Kaffee, nehmen durch Zusätze aber mehr Kalorien auf. Zwischen 2003 und 2018 blieb der Konsum mit etwa 370 Millilitern pro Tag stabil, die dadurch aufgenommene Energiemenge stieg jedoch von 43 auf 60 Kilokalorien pro Tag. Das berichten Forschende der Tufts University in der Fachzeitschrift „Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics“ (DOI: 10.1016/j.jand.2026.156908).
Die Analyse umfasste Daten von 30.000 Erwachsenen ab 20 Jahren aus acht Erhebungszyklen der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Häufigste Zusätze nach Kaloriengehalt waren 2018 pflanzlicher Kaffeeweißer, Zucker oder Sirup sowie Milch. „Kaffeekonsum wird mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Allerdings wird Kaffee oft mit Zucker und Sahne verfeinert, was zu einer erhöhten Kalorienzufuhr durch zugesetzten Zucker und gesättigte Fettsäuren führen kann“, sagte Hauptautorin Fang Fang Zhang von der Friedman School.
Nach Gewicht waren 2018 Milch (21,4 Gramm pro Tag), pflanzlicher Kaffeeweißer (8,1 Gramm) und Zucker (4,4 Gramm) die häufigsten Zusätze. Der Konsum von Milch sowie Zucker und Zuckeraustauschstoffen veränderte sich seit 2003 nicht wesentlich. Pflanzliche Zusätze stiegen im Mittel von 3,65 auf 10,5 Gramm pro Tag, darunter Kaffeeweißer von 3,37 auf 8 Gramm und pflanzliche Milch von 0,27 auf 2,45 Gramm.
Bei den geschätzten Kalorien trug 2018 pflanzlicher Kaffeeweißer am meisten bei (18,5 Kilokalorien pro Tag), gefolgt von Zucker (16) und Milch (11). 2003 hatte der Beitrag des Kaffeeweißers noch 7,71 Kilokalorien pro Tag betragen. „Wir haben festgestellt, dass pflanzlicher Kaffeeweißer inzwischen sowohl Zucker als auch Milch beim Beitrag zur gesamten Energie aus Kaffee überholt hat“, sagte Erstautor Yongyi Pan. Pflanzliche Kaffeeweißer könnten reich an gesättigten Fettsäuren und kaloriendicht sein. Obwohl seit den 1950er Jahren auf dem Markt, hätten sie in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen, da Verbraucher pflanzliche oder milchfreie Alternativen suchten.
Auf Bevölkerungsebene fanden die Forschenden, dass Erwachsene mit weniger Schlaf oder längeren Arbeitszeiten mehr Kaffee tranken als jene mit mehr Schlaf oder kürzeren Arbeitszeiten. Der Konsum war bei Menschen mit hoher und niedriger Ernährungsqualität ähnlich. Als Einschränkung nennen die Autoren, dass selbst berichtete Erinnerungsdaten durch tägliche Schwankungen der Nahrungsaufnahme Messfehler enthalten können; es seien jedoch Schritte zur Verbesserung der Schätzungen unternommen worden.
Credits
Alonso NicholsTufts Universität

