Tofu ist einer neuen ganzheitlichen Bewertung zufolge die beste unter 20 häufig konsumierten Proteinquellen. Cheddar-Käse landete auf dem letzten Platz. Das berichtet Chris Macdonald vom Lucy Cavendish College der Universität Cambridge in der Fachzeitschrift „Frontiers in Sustainable Food Systems“.
Macdonald entwickelte für die Studie ein Bewertungssystem, das Umweltverträglichkeit, gesundheitliche Aspekte, Bezahlbarkeit und Verfügbarkeit in einem einzigen Rahmen zusammenführt. Alle Produkte im obersten Fünftel der Rangliste waren pflanzlich, alle im untersten Fünftel tierischen Ursprungs.
Der Autor argumentiert, viele bestehende Lebensmittelbewertungssysteme konzentrierten sich nur auf einen Aspekt eines Produkts. Solche eindimensionalen Kennzeichnungen seien nützlich, könnten aber wichtige Zusammenhänge verschleiern und einen umfassenden Vergleich erschweren. Ziel einer ganzheitlichen Bewertung sei angesichts bewusster Verschleierung durch Unternehmen und Marketingmythen nicht ein neues Etikett, sondern eine neue Kompetenz, um die Realität der Systeme zu erkennen, die man finanziere. Die Wahl der Proteinquelle sei letztlich ein Votum darüber, wie viel Mitgefühl man Tieren, dem Planeten und künftigen Generationen entgegenbringe.
Die Publikation baut auf Macdonalds Arbeit am Better Protein Institute auf, das unter anderem untersucht, wie viel Protein für optimale Gesundheitsergebnisse nötig ist, wie sich Konsumverhalten wirksam verändern lässt und welche Investitionen in künftige Proteinquellen sinnvoll sind. Die Arbeit sei ohne kommerzielle oder finanzielle Beziehungen durchgeführt worden, die als Interessenkonflikt gelten könnten, heißt es.
Credits
Chris Macdonald

