Leopoldina und Chinesische Akademie der Wissenschaften veröffentlichen Erklärung zu Klima und Gesundheit

Durch | Oktober 29, 2026
Industrial refinery or factory by the water releasing thick smoke from tall chimneys into a cloudy sky at dusk.

Die Deutsche Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) haben eine gemeinsame Erklärung zu Klima, Gesundheit und Biodiversität unterzeichnet. Wie die Leopoldina mitteilte, bekräftigen beide Akademien darin ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung klimabedingter Gesundheitsrisiken und setzen sich für einen gerechten Datenaustausch sowie den verantwortungsvollen Einsatz moderner Technologien ein. Die „SfF2026-Erklärung“ wurde von Leopoldina-Präsidentin Bettina Rockenbach und CAS-Präsident Jianguo Hou im Rahmen der dritten Science for Future-Konferenz in Peking unterzeichnet.

Hintergrund sind erhebliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt – etwa Hitze, Dürre und neu auftretende Infektionskrankheiten. Internationale Zusammenarbeit sei nötig, um diese Zusammenhänge im Rahmen eines „One Health“-Ansatzes besser zu verstehen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Belastungen zu stärken. Beide Akademien betonen, dass die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Umwelt und Gesundheit besser verstanden werden müssen, um Gesundheitsrisiken vorzubeugen. Das umfasse nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetterereignissen wie Hitzewellen und Überschwemmungen, sondern auch Ernährungssicherheit und die Bekämpfung von Zoonosen.

Veränderte Klimabedingungen begünstigen den Angaben zufolge die Ausbreitung von Zoonosen, da sich Krankheitserreger und ihre Vektoren wie Mücken zunehmend in gemäßigten Klimazonen ansiedeln könnten. Andererseits erhöhten menschliche Eingriffe in Ökosysteme die Wahrscheinlichkeit engeren Kontakts mit Wildtieren und deren Krankheitserregern, was das Risiko neuer Zoonosen steigere. Internationale Zusammenarbeit in Grundlagenforschung und Technologieentwicklung könne entscheidend zur Minderung der Gesundheitsrisiken beitragen. Künstliche Intelligenz könne etwa Risikomodellierung und Frühwarnsysteme unterstützen. Solche Technologien benötigten jedoch verbindliche ethische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie faire Zugangs- und Nutzungsbedingungen; Forschungsdaten sollten international gleichberechtigt zugänglich und nutzbar sein. Beide Akademien betonen zudem die Bedeutung wissenschaftlicher Unabhängigkeit und Integrität sowie transparenter, evidenzbasierter Politikberatung.

Die Leopoldina pflegt enge Kontakte zur CAS; Ziel der Kooperation ist der Austausch zwischen den Wissenschaftsgemeinschaften, etwa über gemeinsame Expertensymposien. Zudem engagieren sich beide in der internationalen Politikberatung, etwa mit Stellungnahmen für G20-Gipfel. 2018 riefen sie die Initiative „Wissenschaft für die Zukunft“ ins Leben, um die Rolle der Grundlagenforschung für die Gesellschaft hervorzuheben. Die Leopoldina ist die Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands und berät unabhängig und wissenschaftlich fundiert zu gesellschaftlich relevanten Themen; sie vertritt die deutsche Wissenschaftsgemeinschaft im internationalen Dialog und hat rund 1.750 Mitglieder aus über 30 Ländern.

Klimawandel Symbolbild Credits Unsplash
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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