El-Niño-Ereignisse so stark wie seit 1000 Jahren nicht

Durch | August 27, 2026
Underwater scene with a bed of brown plate corals on a sandy seabed and a blue ocean backdrop.

ANN ARBOR, 27. August (LabNews Media LLC) – Die El-Niño-Ereignisse der vergangenen vier Jahrzehnte waren einer Studie der University of Michigan zufolge stärker als jedes Ereignis in den rund 1000 Jahren davor. Gegenüber der vorindustriellen Zeit hätten sie um knapp 40 Prozent an Intensität zugenommen, berichtete ein internationales Team am Donnerstag in der Fachzeitschrift Science (DOI: 10.1126/science.ady2660).

Die Forschenden um Julia Cole werteten Korallenbohrkerne von den Galápagos-Inseln aus, wo El Niño besonders stark auf die Wassertemperatur wirkt. In den Kalkschichten lebender und fossiler Korallen maßen sie das Verhältnis von Strontium zu Kalzium sowie Sauerstoffisotope als Temperaturanzeiger. Berücksichtigt wurden Kerne mit einer Mindestdauer von 20 Jahren.

Demnach folgten die besonders starken Episoden erst in den vergangenen 40 bis 50 Jahren. Zuvor blieb die Intensität über Jahrhunderte niedriger. Klimamodelle für das letzte Jahrtausend, die Vulkanausbrüche und Schwankungen der Sonnenstrahlung einbeziehen, erzeugten nach Angaben der Autoren keine vergleichbare Verstärkung. Die Intensität von El Niño laufe parallel zur globalen Erwärmung.

El Niño entsteht, wenn die Passatwinde über dem Pazifik nachlassen und warmes Oberflächenwasser nach Osten Richtung Südamerika vordringt. Regen verschiebt sich, Indonesien und andere Regionen trocknen aus, andere erleben Starkregen. Die Folgen reichen von Dürren, Überschwemmungen und Waldbränden bis zu Ernteausfällen und Gesundheitsrisiken. Die Studie wurde unter anderem von der US-National Science Foundation und dem britischen Natural Environment Research Council gefördert.

Bewertung

Die Korallenarchive schließen eine Lücke der instrumentellen Messreihe, die nur etwa 150 Jahre umfasst. Der Befund, dass die jüngsten Ereignisse im Jahrtausendvergleich herausragen, stützt die These einer vom Menschen mitangetriebenen Verstärkung.

Grenzen bleiben. Die Rekonstruktion stammt aus einer Kernregion des Phänomens, nicht aus dem gesamten Pazifik. Korallengechemie ist ein Proxy, kein direktes Thermometer. Modelle können nicht jede natürliche Schwankung abbilden. Ob jedes weitere Zehntelgrad Erwärmung El Niño linear weiter verstärkt, ist offen. Für die Risikobewertung zählt dennoch: Wenn das natürliche Schwankungsmuster selbst intensiver wird, steigen Schäden an Infrastruktur, Landwirtschaft und Gesundheit auch ohne zusätzliche Hitzewellen.

Laut Julia Cole, Vorsitzende des Fachbereichs Erd- und Umweltwissenschaften der Universität Michigan, sind die Galápagos-Inseln für ihre erstaunliche Artenvielfalt bekannt, die auf den hohen Nährstoffgehalt und die Vermischung von kühlem und warmem Wasser zurückzuführen ist.Bildnachweis: Foto mit freundlicher Genehmigung von Greg Asner
Laut Julia Cole Vorsitzende des Fachbereichs Erd und Umweltwissenschaften der Universität Michigan sind die Galápagos Inseln für ihre erstaunliche Artenvielfalt bekannt die auf den hohen Nährstoffgehalt und die Vermischung von kühlem und warmem Wasser zurückzuführen ist

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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