Canberra/Tempe – Forschende haben ein interaktives Tool entwickelt, mit dem Behörden künftige Hotspots des illegalen Papageienhandels in Mexiko vorhersehen können. Die Studie erscheint in den Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.2609240123).
Ein Team um George Olah von der Australian National University und Greg Asner von der Arizona State University analysierte mehr als 6.000 Beschlagnahmungsdaten von 1997 bis 2024. Die Auswertung zeigt, dass die Handelsnetzwerke auf Gesetzesänderungen und Störungen wie die Corona-Pandemie reagieren und sich anpassen.
Die Hälfte der 20 untersuchten mexikanischen Papageienarten ist durch den Fang für den illegalen Handel direkt bedroht. Seit 1993 hat keine Art ihren Schutzstatus verbessert. Der Handel konzentriert sich auf Hochrisiko-Korridore im Südosten und auf der Yucatán-Halbinsel. Beschlagnahmungen finden zunehmend Hunderte Kilometer entfernt von den natürlichen Lebensräumen statt – oft in Großstädten wie Mexiko-Stadt.
Die Forschenden modellierten Mexiko wie ein Stromnetz: Papageienpopulationen als Quellen, Beschlagnahmungsorte als Endpunkte und Straßen als Leitungen. So ließen sich vorhersehbare Transitkorridore berechnen. Das Tool soll Behörden ermöglichen, von reaktiven Maßnahmen zu gezielten Kontrollen überzugehen.

